Neunkirchen

Erstellt am 12. Juli 2016, 05:55

von Christian Feigl

Neunkirchen: Gefährliche Altlast wird endlich geräumt. Ehemalige Deponie der Schraubenwerke wird um 6 Millionen Euro saniert. Arbeiten nehmen ein Jahr in Anspruch.

Mit der Einrichtung der Baustelle wurde bereits begonnen. Bis zu 25 Personen sollen dort täglich tätig sein. Christian Feigl  |  NOEN

,,N27“. Hinter diesem unscheinbaren Kürzel verbirgt sich eine seit Jahrzehnten vor sich hinschlummernde und kontaminierte Altlast in der Bezirkshauptstadt, die nun endlich geräumt wird. Konkret geht es um das Gelände des „Orthuber-Parkplatzes“ und dessen Umgebung in der Urbangasse. Vor Jahrzehnten im Besitz der Schraubenwerke, wurde der Platz dort als Deponie genützt, Material abgelagert und vergraben, das Schadstoffe wie Tetrachlorethen oder Trichlorethen enthält und langfristig eine Gefahr für das Grundwasser darstellt.

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Heute ist der Grund (Parkplatz und landwirtschaftliche Fläche) im Besitz der Familie Orthuber. „Vermutlich seit den 1940er- bis Anfang der 1960er-Jahre wurden rund 7.000 m³ mit Bauschutt, Metallabfällen und Schlacken vermischtes Aushubmaterial ohne technische Maßnahmen zum Schutz des Grundwassers abgelagert“, heißt es in einem 24-seitigen Bericht des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2013. In die Ablagerung sind zudem Lösungsmittel (chlorierte Kohlenwasserstoffe – CKW) eingebracht worden. Dadurch ist eine Fläche von mindestens 1.000 m² erheblich mit CKW verunreinigt.

„Ausgehend von der erheblichen Kontamination des Untergrundes ist eine Ausbreitung der Schadstoffe im Grundwasser bis in eine Entfernung von rund 200 Meter festzustellen. Die im Grundwasser transportierten Schadstofffrachten sind als gering einzustufen“, lautet es weiters in dem Bericht. Trotzdem: Die Altablagerung stellt laut den Experten eine erhebliche Gefahr für die Umwelt dar. Sie wurde im Jahr 2002 in die Prioritätenklasse 2 eingestuft.

„ In der näheren Umgebung der Altablagerungen sind Nutzwasserbrunnen vorhanden. Die Altablagerung stellt eine erhebliche Gefahr für die Umwelt dar.“ 

Aus dem Bericht des Umweltbundesamtes.

Die Bundesaltlastensanierungsgesm.b.H. (BALSA) wurde nun beauftragt, die Altast zu sanieren. Anfang Juli wurde mit den ersten Arbeiten, der Einrichtung der Baustelle, begonnen. Projektleiter vor Ort ist Michael Haslehner: „Die Sanierung erfolgt durch eine Kombination von hydraulischen Maßnahmen, Dekontaminationsmaßnahmen durch Räumung sowie gezielter Bodenluftabsaugmaßnahmen in jenen Untergrundbereichen, die aufgrund ihrer Feststoffbelastung vor Ort verbleiben können, jedoch eine hohe Bodenluftbelastung aufweisen.“.

Die Errichtungsphase für die Anlagenkomponenten bzw. die Umsetzung der Dekontaminationsmaßnahmen wurde mit einem Jahr festgelegt, die Betriebsphase der Grundwasserreinigungsanlage wurde mit 10 Jahren, die Betriebsphase der Bodenluftabsauganlage wurden mit rund 5 Jahren abgeschätzt. Es wird bis in eine Tiefe von 7 Meter gearbeitet und insgesamt sollen 23.000 Tonnen Material gehoben, von LKWs weggebracht und ordnungsgemäß entsorgt werden.

Die Arbeiten werden von der Arbeitsgemeinschaft Geiger Umwelt GmbH - Huber Umweltmanagement GmbH durchgeführt. Das Ende der Maßnahmen ist für Anfang Juni 2017 vorgesehen. Die voraussichtlichen Gesamtprojektkosten betragen rund 6 Millionen Euro und werden aus den Mitteln des Altlastensanierungsfonds getragen.