Erstellt am 24. September 2015, 06:32

von Tina Jedlicka

Geld für gefälschte Zertifikate kassiert?. Gewerbsmäßiger Betrug? Eine 65-jährige aus dem BezirkNeunkirchen soll Asylwerbern gefälschte Zertifikate ausgestellt haben.

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"Meine Schwägerin hat sie im Internet gefunden. Ihr Kurs war sehr günstig. Deshalb sind wir von Oberösterreich zu ihr gefahren, damit ich meine Deutschprüfung hier ablege. Als ich dann damit zur Bezirkshauptmannschaft ging, haben die gesagt die Urkunde ist gefälscht“, so lautete eine der vielen Geschichten von Asylwerbern, die bei einer 65-jährigen Frau aus dem Bezirk Neunkirchen in einer Wiener Neustädter „Sprachschule“ Kurse besucht hatten.

Zwischen 110 und 500 Euro verlangt

Als Abschluss des Kurses machten sie eine Prüfung, um ein Sprachzertifikat zu erlangen, das sie zur Vorlage bei den Behörden benötigten. Etwa für Anträge für die Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft. Zwischen 110 und 500 Euro habe die Frau von ihnen verlangt, klagt die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt an. Die 65-Jährige muss sich schon seit ein paar Monaten einem Verfahren wegen Betruges am Landesgericht stellen.

Verhandlung musste erneut vertagt werden

Die einschlägig vorbestrafte Angeklagte behauptet, nie versprochen zu haben, dass sie Sprachzertifikate ausstellt. Es habe sich lediglich um eine Art Leistungsüberprüfung gehandelt, um ihren Schülern den momentan an Wissensstand vor Augen zu führen. Außerdem soll sie eine Firma mit einer gefälschten Beglaubigung gegründet haben. Auch das legt ihr die Staatsanwaltschaft zur Last. Mit verschiedenen Dolmetschern wurden an mehreren Tagen von Richter Hans Barwitzius zahlreiche Zeugen einvernommen. So auch am Mittwoch. Allerdings kamen einige der Zeugen nicht zur Verhandlung, weshalb erneut vertagt werden musste.