Erstellt am 18. Februar 2016, 05:19

von Gerhard Brandtner

100 Bewerbungen blieben ohne Erfolg. Eine 47-jährige, hochqualifizierte Gloggnitzerin sucht seit Monaten einen neuen Job.

 |  NOEN, Symbolbild

Im Vorjahr verlor die Gloggnitzerin A.B. (Name der Redaktion bekannt) ihren Job. Seither versucht die 47-jährige vergeblich, wieder in der Arbeitswelt Fuß zu fassen.

Die gelernte Dreherin nahm sich die Aufforderungen von „mehr Frauen in die technischen Berufe“ zu Herzen. „Ich lese oft von Facharbeitermangel und dass Frauen in solche Berufe einsteigen sollten. Leider habe ich diesbezüglich keine guten Erfahrungen gemacht“, so die Gloggnitzerin.

Neben ihrer soliden Ausbildung als Dreherin, hat sie über das BFI in Wiener Neustadt eine Ausbildung zur Zerspannungstechnikerin gemacht. „Und mit Auszeichnung bestanden“, so A.B. nicht ohne Stolz. Im Lebenslauf der Frau findet man auch die Befähigung und Berechtigung zum Lenken von Kränen und Staplern.

„Die meisten Firmen weigern sich, Frauen aufzunehmen“

In den vergangenen Wochen und Monaten hat sie unzählige Bewerbungen geschrieben. „Es werden wohl an die 100 gewesen sein“, ist die Arbeitssuchende schon frustriert. Denn all ihre Bemühungen vblieben erfolglos. Was sie besonders kränkt, ist der Umstand, dass viele Firmen gar nicht antworten. Und wenn doch, verstecken sie sich gerne hinter Ausreden.

„Die meisten Firmen weigern sich, Frauen aufzunehmen. Mit der Begründung, dass die Arbeit körperlich zu schwer sei oder es keine geeigneten sanitären Anlagen gibt“, so die Erfahrung der Jobsuchenden. „Somit hat man gar nicht die Chance für ein Bewerbungsgespräch.“