Erstellt am 30. März 2016, 04:44

von Tina Jedlicka

Halbe Stadt in Angst versetzt. 32-Jähriger drohte im Spital mit Amoklauf, legte dem Ex einer alten Flamme Patronenhülsen vors Auto und jagte ein Pärchen mit dem Auto durch die Stadt. Er wurde eingewiesen.

 |  NOEN, APA (Archiv)

Ein 32-jähriger Wiener Neustädter versetzte Neunkirchen in Angst und Schrecken. Die Anklage der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt hört sich an wie der Stoff, aus dem Hollywood-Streifen gemacht werden.

„Wir haben eine WhatsApp-Gruppe gegründet und hinein geschrieben, wo er gerade ist. Damit wir ihn finden können“, erzählte ein junger Mann als Zeuge. Die WhatsApp-Gruppe bestand aus mehreren Leuten, die in ihrer Jugend eine Clique waren. Auch der Angeklagte war Teil davon. Irgendwann sei er komisch geworden. Irgendwann habe er die Grenzen überschritten und ihnen Angst gemacht. Irgendwann habe man sich von ihm abgewandt.

„Er war in meine damalige Freundin verliebt und hat es mir übel genommen, das wir zusammen waren. Er hat ihr nachgestellt, hat sie bedroht“, erinnerte sich der Zeuge. Den Druck habe die Beziehung nicht überlebt. „Er war eine Zeit lang nicht da. Ich habe das Gefühl, dass für ihn die Zeit stehen geblieben ist“, so der Mann. Einige Jahre später liefen sich die beiden Männer wieder über den Weg. Der Angeklagte fragte, wie es seiner Angebeteten gehe, was sie beim Geschlechtsverkehr gerne gehabt habe.

Der junge Mann wünschte ihm alles Gute und ging weg. Zuhause fand er auf seinem Auto eine leere Patronenhülse auf seiner Fensterscheibe und ein Post-It mit der Nachricht „Was ist dein Problem? Mir ist keines bekannt.“ Beim nächsten Mal lagen ein Dutzend Patronenhülsen vor seinem Wagen. „Ich habe geglaubt, da hat jemand mit dem Maschinengewehr geschossen“, so der Mann, der Anzeige erstattete.

Amoklauf im Spital auf Instagram angedroht

In der psychiatrischen Abteilung des Krankenhauses Neunkirchen kam der Angeklagte nach seiner Einweisung auch nicht zur Ruhe. Er bedrohte die Ärzte, ihnen die Gurgel zu brechen und postete auf Instagramm „Wieviele Ärzte kann ich killen, bevor ich erwischt werde?“ In Neunkirchen hat er Wochen zuvor ein wildfremdes Pärchen mit dem Auto eine Stunde lang verfolgt. „Er ließ mich nicht überholen.

Ich wollte, dass er neben mir zum Stehen kommt und ich ihm ins Gesicht sehen kann“, meinte der Angeklagte. Böse habe er seine Drohungen nicht gemeint. An vieles könne er sich nicht erinnern. „Ich habe geglaubt, ich muss jedem zeigen, wer ich bin, als ich meine Medikamente nicht genommen habe“, so der 32-Jährige. Er wurde in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen.