Erstellt am 19. Mai 2016, 05:24

von Andreas Fussi

Haus jetzt voll besetzt. Samariterbund-Haus / Seit Kurzem sind alle 48 Plätze für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge belegt. Wertekurse erfolgreich gestartet. TERNITZ / Das Ende Dezember 2015 in der Forststraße 3 in Betrieb genommene Samariterbund-Haus Ternitz für unbegleitete

Seitens der Stadtgemeinde Ternitz gibt es für die Neuankömmlinge Willkommensgeschenke, worüber sich auch Shiraz, Enajat, Esmet, Yunus, Rahim, Tagi, Obaid, Mehdi, Hamid, Abbas und Wahdad freuten.  |  NOEN, Foto: privat

Das Ende Dezember 2015 in der Forststraße 3 in Betrieb genommene Samariterbund-Haus Ternitz für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ist nun voll besetzt. Insgesamt 48 Burschen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren werden hier im Rahmen der Grundversorgung untergebracht.

Von den 48 Jugendlichen stammen laut Leiterin Claudia Frank 36 aus Afghanistan, fünf aus dem Irak, drei aus Somalia und jeweils einer aus Nigeria, Mali, Syrien und Gambia. Das Zusammenleben funktioniere „prinzipiell sehr gut“, berichtet Frank, mit normalen Themen im Haushalt, wie es unter Jugendlichen üblich ist.

Über den österreichischen Integrationsfonds, der die Ausschreibung in Niederösterreich gewann, wurden erstmals Werte- und Orientierungskurse abgehalten. Dort bekommen die Geflüchteten wichtige Informationen „worauf es in Österreich ankommt“. Zwei Kurse zu je vier Stunden sind angesetzt, mit einem Vortragenden und einem Dolmetscher.

Deutschkurse in Ternitzer Sprachstudio

„Ich finde genial, dass solche Kurse stattfinden“, freut sich Claudia Frank. Ihr Team im Haus besteht aus 12 Betreuern, welche die Asylsuchenden beim Neustart in Österreich im Radl-Dienst unterstützen. Wert wird auf einen strukturierten Tagesablauf gelegt sowie auf integrationsfördernde Maßnahmen. Die Burschen werden von den örtlichen Vereinen gut aufgenommen und können sich bei Fußball, Schwimmen, Boxen und Taekwondo austoben. Dazu kommen kleinere Ausflüge.

Um mobiler zu sein, wurden im Rahmen der Initiative „ternitzhilft“ einige Fahrräder gespendet, die ersten Einschulungen durch die Polizei sind bereits absolviert. Bezüglich der angedachten Patenschaften (die NÖN berichtete) wurde von Kultur- und Sozialanthropologin Karin Bindu ein Konzept entwickelt, dass noch vom Samariterbund abgesegnet werden muss. Ehrenamtliche Mitarbeit ist davon unabhängig immer gerne gesehen.

Seit vier Monaten finden in einem Ternitzer Sprachstudio Deutschkurse statt. „Man merkt schon etwas, wir können uns immer mehr mit den Burschen auf Deutsch unterhalten“, weiß Frank. Der Farsi-sprechende Mitarbeiter ist dennoch noch immer sehr gefragt.