Erstellt am 21. Juni 2016, 05:10

von Christian Feigl

Bezirksgericht Neunkirchen vor Umbau. Das Amtsgebäude hat mittlerweile musealen Charakter bekommen und ist längst nicht mehr zeitgemäß. Im kommenden Jahr soll nun endlich alles besser werden.

Spätestens im Frühjahr des kommenden Jahres sollen endlich die Baumaschinen anrollen und das Gebäude komplett sanieren.  |  NOEN, Christian Feigl

Gerne erzählte er die Geschichte vom Baum, der plötzlich am Dach zu sprießen begann. Was für Friedensreich Hundertwasser eine Selbstverständlichkeit wäre, war für Johannes Sluka, den ehemaligen Leiter des Neunkirchner Bezirksgerichtes, ins Reich des Kuriositätenkabinetts einzuordnen. Der Baum am Gerichtsdach ist mittlerweile Geschichte und Sluka im Ruhestand. Erzählt hat er das vor genau zehn Jahren der NÖN. Der Baum war im wahrsten Sinne des Wortes ein Symbol des Auswuchses jener infrastrukturellen Problemen, mit denen die Behörde bis heute zu kämpfen hat.

Schon von außen versprüht das Gebäude in der Triesterstraße bestenfalls den Charme einer Bahnhofshalle im ehemaligen Ostblock. Ein Eindruck, der auch auf den zweiten Blick nicht trügt. Uralte Bänke mit musealem Charakter in miefigen Gängen laden keinesfalls die Besucher zum Verweilen ein.

Enge Zusammenarbeit mit Bundesdenkmalamt

Ambiente und Interieur erinnern ein wenig an das Zeitalter der industriellen Revolution: Breite, mit billigen, grauen Fließen ausgelegte Gänge, uralte, weiß lackierte Türen zu den Büros. Das Mauerwerk brüchig und rissig. Eigentlich ein erbärmlicher Zustand. Keiner zu beneiden, der hier arbeiten muss. Keiner zu beneiden, der hier einen Behördenweg zu erledigen hat.

Und mit dem Auszug des bislang im selben Gebäude untergebrachten Finanzamtes scheint nun auch Bewegung in die Sanierungsbemühungen zu kommen: „Dass Handlungsbedarf herrscht, darüber besteht Einigkeit“, so Ernst Eichinger, Pressesprecher der Bundesimmobiliengesellschaft, in deren Besitz das Haus ist. Er bestätigt, dass eine Generalsanierung bevorsteht. „Spätestens im nächsten Jahr soll damit begonnen werden!“ Aktuell ist man gerade dabei, einen Vorentwurf über die Pläne dem Justizministerium zu präsentieren.

Freigegeben sei dieser Entwurf vom Ministerium aber noch nicht. Am Papier der Architekten sei das Projekt aber finalisiert. Ein Projekt, das in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt erstellt wurde. Kein Wunder, sind an den Mauern ja auch noch die Einschläge der Granatsplitter aus dem Zweiten Weltkrieg zu sehen.

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