Erstellt am 18. Mai 2016, 05:54

von Gerhard Brandtner

Keine Ruhe: Weiter Asyl-Debatte. Rätselraten um Einquartierung von weiteren Asylwerbern sorgt für Verunsicherung. Noch immer nichts Schriftliches vom Land.

Die Villa »Reitermeyer« in der Harter Straße in Enzenreith. Das Objekt hat eine Wohnfläche von rund 800 Quadratmeter.  |  NOEN, Foto: Gerhard Brandtner

Für viel Aufregung sorgt der Plan, bis zu 40 afghanische Asylwerber im Ortsteil Hart unterzubringen. Der NÖN-Bericht wurde online unzählige Male kommentiert, wobei sich der Reigen von Toleranz bis hin zur absoluten Ablehnung spannt.

Mit einer Aussendung versucht jetzt die Gemeinde Enzenreith, die Gemüter zu beruhigen. Darin wird nochmals festgehalten, dass das Land mündlich mitgeteilt hat, dass die ursprüngliche Zusage, nur Familien unterzubringen, eingehalten wird. „Auch gibt es seitens des Liegenschaftseigentümers die Zusage, das Haus nur dann zur Verfügung zu stellen, wenn dort Familien untergebracht werden“, so SPÖ-Bgm. Franz Antoni.

„Ich habe deponiert, dass nicht mehr als
zehn Personen dort verkraftbar sind“, 
ÖVP-Abgeordneter Hermann Hauer

Die Anrainer selbst sehen der Entwicklung mit gemischten Gefühlen entgegen. „Wenn die Empfehlung ist, dass zwei Prozent Flüchtlingen aufgenommen werden, warum dann alle in Hart?“, so ein Betroffener. Kritik äußert auch Erich Kienert: „Im Februar hieß es, es werden drei Familien kommen. Dann Stillschweigen, wir wurden links liegen gelassen.“

Wie viele andere Betroffene, fürchtet auch Kienert die Entwertung seiner Liegenschaften. „Und wir hätten uns im Vorfeld mehr Informationen gewünscht. Wir, die Bevölkerung, wurden nicht eingebunden“, so die Kritik.

Involviert ist auch ÖVP-Abgeordneter Hermann Hauer. „Ich habe deponiert, dass nicht mehr als zehn Personen dort verkraftbar sind“, so Hauer. In Gloggnitz leben aktuell um die 70 Flüchtlinge, vor allem Familien. In der Vorwoche gab es im Stadtsaal einen Informationsabend. In den Landessprachen wurden den Asylwerbern Sitten und Gebräuche näher gebracht. „Das ist uns ein großes Anliegen“, so Bürgermeisterin Irene Gölles. Auf der Agenda standen Punkte wie Verhaltensregeln, Grundversorgung und natürlich die Frauenrechte.