Erstellt am 08. Dezember 2015, 05:38

von Christian Feigl

Unglück mit Beigeschmack. Christian Feigl über die seltsame Kommunikationspolitik der ÖBB.

Zuerst war seitens der ÖBB-Kommunikation nur von einer Zugsentgleisung am Semmering die Rede. Erst viel – Stunden – später, als bereits auf einer einschlägigen Internetplattform offenbar ein Insider das wahre Ausmaß des Unglücks ausgeplaudert hatte, rückten auch die ÖBB mit der Wahrheit im wahr-sten Sinne des Wortes ans Tageslicht. Begründet wurde dies, dass man sich zuerst einen Überblick der diffizilen Unglückslage machen musste. Nur komisch, dass genau diese Informationen bereits Stunden vorher äußerst detailliert im Internet zu finden waren.
Denn die Entgleisung war in Wahrheit eine gewaltige Kollision, bei der eine Waggongarnitur ins Tal donnerte, ehe sie in eine entgegenkommende Lok knallte. Der Schaden beträgt mehrere Millionen Euro, die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Man kann nur hoffen, dass dieses Beispiel der Informationsübermittlung keine Schule macht, denn dann kann einem hinsichtlich des großen Tunnelbauprojekts am Semmering richtig angst und bange werden.