Erstellt am 08. Dezember 2015, 05:28

von Christian Feigl

Konkurs: Autohaus Stangl muss aufgeben. Schock: Der Betrieb ist mit 1,5 Millionen Euro in der Kreide. Zehn Mitarbeiter haben ihren Arbeitsplatz verloren.

1992 wurde der 6.000 Quadratmeter große Standort in Betrieb genommen. Nach 23 Jahren kam nun am Freitag das Aus für den Traditionsbetrieb.  |  NOEN, Tanja Barta

Hiobsbotschaft kurz vor Weihnachten für einen Traditionsbetrieb in der Automobilbranche: Das Autohaus Stangl, mit Sitz am Spitz, musste am 30. November Konkurs anmelden. Vier Tage später wurde der Betrieb bereits geschlossen. Zehn Mitarbeiter sind von der Misere betroffen – sie haben kein Gehalt oder Weihnachtsgeld mehr bekommen.

Laut Masseverwalterin Claudia Weinwurm betragen die Passive rund 1,5 Millionen Euro – „die Summe wird aber noch ansteigen, da die Mitarbeiterentgeltsansprüche in diesem Betrag noch nicht enthalten sind“, erklärt die Juristin. „Hauptgläubiger war die Bank“, ergänzt der Schuldneranwalt Klaus Haberler. Er spricht von insgesamt 32 Gläubigern, die Forderungen an das Unternehmen stellen.
Abgezeichnet hatte sich die Misere schon länger: „Erstens gab es bereits hohe Verbindlichkeiten und zweitens ist die Wirtschaftslage allgemein nicht sehr rosig“, betont Weinwurm.

Betriebsversammlung am 10. Dezember

Ausschlaggebend für den Knockout war aber letztendlich die Forderung von Vertragspartner Mazda, die Firma mit einem neuen Design zu versehen: „Hier sind die Richtlinien und Kontrollen aber so streng, dass diese Investition in der Höhe von etwa 150.000 Euro nicht mehr zu heben war“, so Weinwurm.
Am 10. Dezember gibt es eine Betriebsversammlung mit Fachleuten der Arbeiterkammer, wo den Mitarbeitern mit Rat und Tat zur Seite gestanden wird: „Wir schauen zumindest, dass sie den Lohn der Dezembertage rasch bekommen“, verspricht die Masseverwalterin.

Haberler hofft, dass sich ein Nachfolger findet: „Eine rasche Verwertung des 6.000 Quadratmeter großen Areals wäre natürlich schön und in unserem Interesse!“ Firmenchef Michael Stangl war für die NÖN Neunkirchen nicht erreichbar.

Begonnen hat die Firmengeschichte der Familie Stangl übrigens 1969 mit einem Standort in Ternitz. 1992 erfolgte die Übersiedelung und Eröffnung eines der modernsten Autohäuser in Neunkirchen. Die Marke BMW wurde abgegeben, die Konzentration galt ab sofort nur mehr dem Produkt Mazda. Einem Produkt, für das nun die teure Rechnung gezahlt werden musste...