Neunkirchen

Erstellt am 28. Juni 2016, 07:23

von Christian Feigl

Mode-Ära in Neunkirchen geht zu Ende. Norbert Leskovar übergibt nach 40 Jahren sein Traditions-Modehaus mit 1. Juli an zwei langjährige Mitarbeiterinnen, die das Unternehmen weiterführen werden.

Norbert Leskovar vor seinem Lebenswerk in Neunkirchen: Nach 40 Jahren sagt er der Branche nun Ade.  |  NOEN, Christian Feigl

Der „Name“ Leskovar ist in der Bezirkshauptstadt untrennbar mit der Modewelt verbunden: Seit 40 Jahren bietet das Unternehmen im 400 Quadratmeter großen Geschäft an der Ecke der Herrengasse Bekleidung für Damen und Herren. Doch mit 30. Juni geht auch eine Ära zu Ende: Norbert Leskovar zieht sich aus der Branche zurück und übergibt an zwei langjährige und verdiente Mitarbeiter nicht nur den Neunkirchner Standort, sondern auch jenen in Gloggnitz. Alexandra Schnabl und Sandra Sternberger werden das Unternehmen weiterführen.


„Natürlich gehe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge, wobei die Freude auf den baldigen Ruhestand natürlich überwiegt“, erzählt Leskovar im Gespräch mit der NÖN. Als das Geschäft, das sein Vater einst 1935 in Gloggnitz begonnen hatte, 1976 in Neunkirchen eröffnet und 1992 von ihm übernommen wurde, herrschten in der Branche noch „Goldene Zeiten“: „Da war eine unglaubliche Aufbruchstimmung in der Stadt.

Persönliche Beratung und exklusive Stücke

Mit dem neuen Hauptplatz und der Fußgängerzone in der Herrengasse war die Frequenz sensationell. Überhaupt kein Vergleich zu dem, was heute los ist“, schwelgt er in alten Erinnerungen. „Früher gab es zwar durch das Kuckuck Lärm und Vandalimus, heute herrscht hier Totenstille. Da war mir ja fast das andere lieber!“


Verantwortlich für den Niedergang in der Innenstadt macht er die Abwanderung der Frequenzbringer in die Peripherie oder den Panoramapark: „Der Verlust des Libro ist ziemlich herb gewesen!“ Gepunktet wird heute vor allem mit persönlicher Beratung und exklusiven Stücken: „Mit den Firmen Winkler oder Vogelhuber in der direkten Nachbarschaft hat sich so etwas wie ein kleiner Cluster gebildet und viele Kunden machen ihre Erledigungen gleich in einem Aufwaschen. Wir leben sehr von unseren treuen Stammkunden“, plaudert Norbert Leskovar aus der Schule.


 |  NOEN

Dem Unternehmen möchte er trotz seines Rückzugs aber auch in Zukunft verbunden bleiben: So wird er sich beispielsweise um die Liegenschaften kümmern. Seinen Nachfolgerinnen – „sie werden das Geschäft in bewährter aber modernerer Manier weiterführen – wünscht er alles Gute, wenn am 1. Juli mit tollen Eröffnungsangeboten die neue Ära eingeläutet wird. Leskovar selbst möchte sich in der Pension einen Lebenstraum erfüllen: „Ich würde mir gern in der Raxgegend einen alten Bauernhof kaufen, den herrichten und dort viel Zeit verbringen!“ Ein passendes Objekt hat er übrigens schon ins Auge gefasst!