Erstellt am 03. Dezember 2015, 11:51

von APA/Red

Mindestens fünf Millionen Euro Schaden. Bei dem Güterzug-Unfall auf der niederösterreichischen Semmering-Seite der Südbahnstrecke am Dienstag ist Schaden von mindestens fünf Millionen Euro entstanden.

 |  NOEN, APA/Raxmedia

Der Güterzug mit 21 Waggons, der letztlich mit vermutlich 40 bis 60 km/h auf eine angeforderte Hilfs-Lok prallte, die bergwärts fuhr, dürfte bereits etwa einen Kilometer zurückgerollt sein. Schauplatz des Unfalls war der Pollereswand-Tunnel zwischen zwei Viadukten bzw. zwischen Breitenstein und Semmering. Nach Angaben von ÖBB-Sprecher Christopher Seif vom Donnerstag entgleisten 14 Wagen, zwölf davon in dem Tunnel.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt ermittle wegen Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung unter besonders gefährlichen Verhältnissen, sagte Sprecher Erich Habitzl auf Anfrage. Zudem sei ein Sachverständiger zur Klärung der Ursache der Kollision in einem Tunnel bestellt worden.

Lokführer schwer verletzt

Die Waggons, die gegen eine Hilfs-Lok gestoßen waren, seien noch nicht freigegeben. Die Sicherstellung werde aufrecht bleiben, bis die Untersuchungen des Gutachters abgeschlossen sind, sagte Habitzl. Die Unfallstelle selbst sei durch die Staatsanwaltschaft nicht gesperrt. Die ÖBB seien demnach auch nicht an ihren Arbeiten nach der Karambolage gehindert.

Ein Lokführer - jener, der mit der angeforderten Hilfs-Lokomotive unterwegs war, als es zu der Kollision kam - befindet sich laut Habitzl im Krankenhaus. Der Mann ist nach Informationen der Staatsanwaltschaft schwer verletzt.

Güterzug bestand aus 21 Waggons: 14 entgleist, zwölf davon im Tunnel

Bei dem Unfall ist Schaden von mindestens fünf Millionen Euro entstanden. Diese Zahl hat ÖBB-Vorstand Franz Seiser am Mittwochabend in einem Interview für die ORF-TV-Nachrichtensendung "NÖ heute" genannt.

Der Güterzug mit 21 Waggons, der letztlich mit vermutlich 40 bis 60 km/h auf eine angeforderte Hilfs-Lok prallte, die bergwärts fuhr, dürfte zum Zeitpunkt der Karambolage bereits etwa einen Kilometer zurückgerollt gewesen sein. Warum, war Gegenstand von Ermittlungen. Schauplatz des Unfalls war der Pollereswand-Tunnel zwischen zwei Viadukten bzw. zwischen Breitenstein und Semmering. Nach Angaben von ÖBB-Sprecher Christopher Seif vom Donnerstag entgleisten 14 Wagen, zwölf davon in dem Tunnel.

Umfangreiche Instandsetzungsmaßnahmen

Es werde "mit Hochdruck" gearbeitet, man komme besser voran als zunächst vermutet, sagte Seif. Demnach soll der Tunnel bis Freitagfrüh freigemacht sein. Noch am Vormittag könnte dann mit den Instandsetzungsarbeiten begonnen werden. Es sei somit davon auszugehen, dass Züge noch vor Beginn des Weihnachtsreiseverkehrs wieder über den Semmering rollen werden.

Güterzuge müssen laut Seif während der Sperre der Strecke über den Pass großräumig umgeleitet werden. Ausweichrouten seien die Aspangbahn, die Pyhrn- und die Tauern-Strecke.

Was den verletzten Lokführer angehe, sagte der Sprecher, dass dieser nach der Karambolage selbst aus dem Tunnel gegangen sei. Der Kollege habe definitiv keine inneren Verletzungen. Es sei von Prellungen und einer Schnittwunde die Rede gewesen. Im Krankenhaus soll jedoch auch ein Knochenbruch festgestellt worden sein.

Ersatzverkehr mit Autobussen

Im Unfallbereich sind laut ÖBB umfangreiche Aufräum- und Instandsetzungsmaßnahmen notwendig. Schieneninfrastruktur, Oberleitung und Signale müssten erneuert werden.

Für die Personenbeförderung wurde ein Ersatzverkehr mit Autobussen eingerichtet: im Abschnitt Gloggnitz - Mürzzuschlag für den Fernverkehr, von Payerbach-Reichenau bis Semmering (in Ausnahmen aus betrieblichen Gründen ebenfalls bis Mürzzuschlag, wie auf der ÖBB-Website informiert wurde) für den Nahverkehr.

Strecken-Freigabe früher als geplant

Die Freigabe der Bahnstrecke über den Semmering könnte früher als geplant erfolgen. Angepeilt werde der 14. Dezember mit Betriebsbeginn um 3.30 Uhr, teilte ÖBB-Sprecher Christopher Seif am Donnerstag mit. Ursprünglich waren die Bundesbahnen von einer bis zu dreiwöchigen Sperre ausgegangen.