Erstellt am 20. Oktober 2015, 11:42

von NÖN Redaktion

Mutmaßlicher Pfefferspray-Täter hat Verbindungen in rechte Szene. Bei jenem Mann, der am Wochenende in Schottwien nach seiner Pfefferspray-Attacke auf eine Asylantenfamilie verhaftet wurde, dürfte es Verbindungen in die rechte Szene geben.

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Der gebürtige Däne, der noch nicht so lange aus Wien nach Schottwien gezogen sein soll, ist auch dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes bekannt.

Das schrieb im im Jänner diesen Jahres auf seiner Homepage: Leon M., ein seit 2010 in Wien lebender 32-jähriger Däne, musste sich am 19. Jänner vor einem Wiener Geschworenengericht verantworten. Die Anklage warf ihm nach einer Anzeige des Linzer Datenforensikers Uwe Sailer Verstöße gegen das Verbotsgesetz und gegen den Verhetzungsparagraphen (§ 283 StGB) vor.

n zahllosen Einträgen auf facebook verbreitete der - laut Eigenangabe - Geschichtestudent an der Universität Wien übelste Hetze und offene NS-Propaganda.

Auch ein Blog mit dem bezeichnenden Titel "Ein Ort für Neonazis" soll von M. betrieben worden sein. Den 8. Mai kommentierte er etwa in Neonazi-Manier mit "Wir feiern nicht", bei einem Foto mit jungen Frauen vom Bund Deutscher Mädel (BDM) fügt er auf Dänisch hinzu: "Zeit für den Nationalsozialismus zu kämpfen".

Mann wurde in U-Haft genommen

Schließlich postete M. zum Beispiel über Muslime: "Wachen wir endlich auf und entfernen dieses Krebsgeschwür von unserem Volkskörper". Auch wollte er das "Abendland […] befreien" und dazu die in europäischen Gefängnissen einsitzenden Neonazis befreien.

Weil M. zu einem ersten Verhandlungstermin im Dezember nicht erschienen war, wurde er kurz in U-Haft genommen. Dort ritzte er mehrere Hakenkreuze in seinen Spind und beschmierte diesen mit der Parole "Freiheit für Gottfried Küssel".

Der auch vor Gericht uneinsichtige Neonazi wurde (noch nicht rechtskräftig) zu einer Haftstrafe von zwei Jahren, davon sechs Monate unbedingt, verurteilt. Auch in seiner Wohnung sollen Nazi-Devotionalien gefunden worden sein. Der Verfassungsschutz hat Ermittlungen aufgenommen.

Laut Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt verweigert der Mann bis dato jede Aussage.

NÖN.at hatte am Wochenende berichtet: