Erstellt am 15. Oktober 2015, 05:52

von Christian Feigl und Philipp Grabner

Nach Crash mit Zug läuten Alarmglocken. Forderung nach Schranken | Gleich zwei Bürgermeister machen sich für Errichtung eines Schrankens stark. Proteste damals erfolglos.

 |  NOEN, Einsatzdoku - Lechner
Es war wieder einmal ein Unfall an einem unbeschrankten Bahnübergang, der heftige Diskussionen über die Sicherheit der Kreuzungen an der Aspangbahn auslöste. Im Gegensatz zu ähnlichen Zwischenfällen ging dieser zum Glück glimpflich aus: Die 36-jährige Lenkerin aus dem Ort hatte einen Schutzengel und kam unverletzt davon.

Schauplatz des Crashs am Montag war die Übersetzung im Bereich des Grimmensteiner Bahnhofs. Auf dem unbeschrankten, mit Lichtzeichen und Andreaskreuz gesicherten Bahnübergang, wurde die Lenkerin mit ihrem PKW von einer Zuggarnitur erfasst. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Pkw zur Seite geschleudert. Wie durch ein Wunder konnte die 36 jährige Lenkerin, welche sich allein im Fahrzeug befand, selbstständig das Unfallfahrzeug verlassen und blieb unverletzt.

„Man kann hier wirklich ‚Glück gehabt’ sagen, da war mehr als ein Schutzengel im Spiel. Zum Glück ist hier noch nicht so viel passiert, aber zu gefährlichen Situationen kommt es öfter“, weiß FF-Kommandant-Stv. Johannes Kronaus aus Grimmenstein-Markt.
Grimmensteins ÖVP-Bürgermeister Engelbert Pichler meint zu dem Vorfall: „Ich fordere dort absolut einen Schranken, diese Stelle ist wirklich unübersichtlich und der Bahnübergang wird von sehr vielen genutzt, die einkaufen fahren.“

Wünsche für sicheren Bahnübergang

Vor etwa zehn Jahren gab es an der Stelle des Unfalls noch einen mit Schranken gesicherten Bahnübergang, wie ÖVP-Bürgermeister Engelbert Ringhofer aus Thomasberg (der Übergang fällt in dieses Gemeindegebiet) den NÖN Neunkirchen mitteilt. „Der kam damals weg, wir haben mit zahlreichen Gemeinderatsbeschlüssen protestiert, aber es hat nichts geholfen“, so der Ortschef. Eine Schrankenanlage sei unsicherer, so die ÖBB damals laut Ringhofer. Die Gemeinde Thomasberg habe nochmals bei den ÖBB deponiert, dass man hier ausdrücklich eine Sicherung mit Schranken wünsche. „Aber ich glaube nicht wirklich daran“, so Ringhofer.

Seitens der ÖBB heißt es, die Sicherungsart an einer Eisenbahnkreuzung werde vor Ort individuell umgesetzt. „Das heißt, verantwortlich für die Art der Sicherung ist die Eisenbahnbehörde. Sie ist in der Regel beim zuständigen Landeshauptmann angesiedelt, nur bei Hochleistungsstrecken liegt die Verantwortung beim Bund“, so Pressesprecher Seif. „Die ÖBB haben sich noch nie gegen eine höherwertige Sicherung gewehrt!“