Erstellt am 05. April 2016, 04:04

von Christian Feigl und Gerhard Brandtner

Nach S6-Todesdrama viele offenen Fragen. War Alkohol im Spiel, wie kam der Lenker von der Unfallstelle weg? Große Trauer um die beiden Todesopfer.

Zwei Menschenleben forderte der Verkehrsunfall auf der S6. Nur der Unglückslenker überlebte.  |  NOEN, NÖN
Schock, Trauer und weiterhin viele Rätsel und Fragen nach dem tragischen Verkehrsunfall auf der S6, bei dem die 28-jährige Christina Falk aus Gloggnitz und der 17-jährige Dominik Hennenfeind aus Prigglitz ums Leben kamen. Gelenkt wurde das 300 PS starke Fahrzeug von einem Mann aus dem Bezirk. Er hatte nach dem Crash den Unfallort verlassen und sich erst Stunden später der Polizei gestellt.

Und genau dieses Verhalten wirft für die Exekutive viele Fragen auf. Zum einen muss geklärt werden, ob bei dem verhängnisvollen Unfall Alkohol eine Rolle spielte. Der 17-jährige Bursche hatte nämlich kurz vor der Tragödie auf Facebook gepostet, dass er mit dem Fahrer in der Zauberbar am Semmering Gin Tonic trinken würde.

„Deshalb ermitteln wir, ob Alkohol im Spiel war“, so der Sprecher der Wiener Neustädter Staatsanwaltschaft Erich Habitzl. Ein medizinischer Sachverständiger wird anhand der gemessenen Werte und Vorgeschichte ein Gutachten erstellen. Einvernahmen des Personals der Zauberbar, welcher Gast wie viel und was getrunken hatte, werden Grundlage für das Gutachten sein. Am Freitag gab es laut Habitzl diesbezüglich noch kein Ergebnis.

Zustand bis heute ungeklärt

In welchem Zustand sich der Todeslenker der Polizei in Gloggnitz in Gegenwart eines Freundes Stunden nach dem Unfall gestellt haben soll, ist nicht bekannt. Er soll bei dem Crash nur leichte Verletzungen davongetragen und sich danach in spitalsärztliche Behandlung begeben haben. Auch ist noch unklar, wie er den Unfallort verlassen hat. Spekulationen über eine Person, die ihn vom Unfallort weggebracht haben soll, wurden von Habitzl jedoch nicht bestätigt.

In Gloggnitz und Prigglitz wird unterdessen um das Leben von zwei jungen Menschen getrauert. Die 28-jährige Christina Falk war eine beliebte und bekannte Kellnerin im Gastgewerbe und früher im Gloggnitzer Stadtcafe tätig. Sie hinterlässt ihren Gatten und wird am Donnerstag, 7. April, ab 14.30 Uhr in der Gloggnitzer Kapelle eingesegnet.

Aber auch Fleischerlehrling Dominik Hennefeind war trotz seines noch jungen Alters ein bekannter Name in seiner Heimatgemeinde: „Dominik war ein überaus zuvorkommender und - aufgrund seiner Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft – bei allen beliebter junger Mann. Er war im Musikverein und bei der Freiwilligen Feuerwehr in Prigglitz aktiv tätig und wird nicht nur bei diesen Vereinen eine Lücke hinterlassen. Mein aufrichtiges Mitgefühl gilt allen Angehörigen der in diesen schrecklichen Unfall involvierten Familien“, kann es Bgm. Franz Teix nur schwer fassen.

"Ein fleißiger und engagierter Mitarbeiter"

„Wir sind alle zutiefst erschüttert und sehr traurig. Dominik war ein fleißiger und engagierter Mitarbeiter und hat bei uns gelernt. Er war jetzt im dritten Lehrjahr und stand knapp vor der Gesellenprüfung“, so Arbeitgeber Franz Geyer-Schulz von der Fleischerei Baumgartner.

Dominik Hennenfeind wird am Mittwoch, 6. April, um 14.30 in der Prigglitzer Pfarrkirche aufgebahrt.