Erstellt am 17. Dezember 2015, 05:53

von Christian Feigl

Namens-Vorstoß entzweit die Geister. Industrieviertel / SPÖ sieht andere Probleme im Vordergrund, ÖVP, FPÖ und Grüne finden Idee diskussionswürdig und verfolgbar. BEZIRK / Der Vorstoß von Bad Erlachs ÖVP Nationalrat Hans Rädler, das Industrieviertel umzubenennen, weil der Name hinsichtlich

ÖVP-GVV Chef Rupert Dominik: »Die alte Bezeichnung ist sicher nicht mehr zutreffend!«  |  NOEN, NÖN

Der Vorstoß von Bad Erlachs ÖVP Nationalrat Hans Rädler, das Industrieviertel umzubenennen, weil der Name hinsichtlich der boomenden Tourismusgegend und einer Landesausstellung nicht mehr zeitgemäß sei (die NÖN berichtete), hat für Gesprächsstoff gesorgt. Im Bezirk aber auch im Internet.

Kritik gibt es vor allem vonseiten der SPÖ: „Ich glaube, dass der Gedanke eher einem Profilierungsstreben des Herren Rädler entspringt und es das Industrieviertel auch nach der Landesausstellung noch geben wird“, kann SPÖ-Gemeindevertreterverbands (GVV)-Obfrau des Bezirks Bgm. Sylvia Kögler der Idee wenig abgewinnen. „Zudem kann ich mich hier in der Region mit dem Namen gut identifizieren und finde auch, dass es dringlichere Probleme zu lösen gibt!“ Ähnlich sieht es ihr Bezirksparteiobmann LAbg. Rupert Dworak: „Du glückliches Österreich, wenn wir keine anderen Probleme haben...“

Schützenhilfe bekommt Rädler jedoch von ÖVP-GVV-Bezirksobmann Bgm. Rupert Dominik: „Ich sehe den Vorstoß insgesamt sehr positiv, wobei man über den zukünftigen Namen ‚Thermenregion’, den Rädler vorgeschlagen hat, sicher noch diskutieren wird können!“ Auch Dominik argumentiert damit, dass die Industrie der vergangenen Jahrzehnte vom Tourismusboom zurückgedrängt und überholt wurde. „Die alte Bezeichnung ist da sicher nicht mehr zutreffend!“

Auch ÖVP-Bezirksparteiobmann LAbg. Hermann Hauer kann sich mit der Idee anfreunden: „Die Industrie, wie früher, gibt es natürlich nicht mehr, es hat sich viel geändert und somit ist es auch legitim, dass darüber nachgedacht wird.“ Er äußert aber auch leise Kritik: „Diese sensible Thematik gehört vorher in einem Gremium besprochen, bevor man damit in die Öffentlichkeit geht. Der Zeitpunkt ist ebenfalls fraglich.“

Positiv auf die Idee repliziert die FPÖ: „Wir haben diesen Vorschlag ja schon 2008 eingebracht. Und deshalb kann ich dieser Idee etwas Positives abgewinnen, zumal sich der alte Name auf den Tourismus sicherlich nicht förderlich auswirkt“, so FPÖ-Bezirksparteiobmann Edmund Tauchner. Den Zeitpunkt des Vorstoßes hält er aber nicht für günstig: „Andere Probleme sind dringlicher!“

Für die Grünen ist der Vorstoß durchaus denkbar: „Darüber kann man sicher reden, ich weiß aber nicht, ob es da zu einem Ergebnis kommen wird, denn einen gemeinsamen Nenner beim neuen Namen zu finden, wird sicher nicht leicht werden“, erklärt Bezirkssprecher Martin Fasan.
Übrigens: Bei der Online-Abstimmung der NÖN sprachen sich 41 Prozent für eine Umbenennung aus!