Natschbach-Loipersbach

Erstellt am 12. Juli 2016, 05:51

von Clemens Thavonat

Ermittlungen: Anschuldigungen gegen Zuchtbetrieb. Die Tierschützer vom „VGT“ erstatteten Anzeigen gegen Natschbacher Betrieb.

Mit solchen Schockbildern ging der Verein gegen Tierfabriken in die Öffentlichkeit, der Betreiber bezweifelt die Authentizität.  |  VGT

Zwei Anzeigen hat nun der Verein gegen Tierfabriken (VGT) gegen die Versuchskaninchen-Aufzuchtstation in Natschbach-Loipersbach einbracht. Die Tiere sollen laut Verein gequält worden sein. Zudem würden die Tiere nicht gesetzeskonform transportiert werden, so die zweite Anzeige – in Boxen ohne Lüftungsschlitzen. Die Anzeige wird von der Staatsanwaltschaft geprüft.

„Wir züchten seit 30 Jahren für die Forschung“

Der Betreiber der Aufzuchtstation spricht allerdings von gesetzeskonformer Haltung und auch Transportvorgängen – entsprechend der aktuellen EU-Vorgaben. Die medizinische Universität Wien, Forschungsstelle Himberg, bezieht diese Tiere. „Wir züchten seit 30 Jahren für die Forschung", so der Betreiber. "Natürlich gibt es auch immer wieder einmal Gesetzesänderungen. Da halten wir uns auch daran, allerdings, wenn nötig, unter Einhaltung von Übergangsfristen. Überdies stehen wir stets unter Beobachtung der Behörden. Allein heuer wurden wir bereits fünf Mal kontrolliert.“

Von der Med. Uni Wien heißt es dazu, dass noch nie Auffälligkeiten festgestellt werden konnten. Auch ÖVP-Vizebürgermeister Franz Birnbauer aus Natschbach-Loipersbach stellt sich vor den Betrieb: „Die Vorwürfe sind reiner Schwachsinn. Dass in Betrieben mit tausenden Tieren einmal etwas passieren kann, ist doch klar, Mutwilligkeit des Betreibers ist für mich nicht vorstellbar.“

Land wird Betrieb nun kontrollieren

Auch der Tierhalter legt noch nach: „Ich arbeite mit drei verschiedenen Tierärzten zusammen, um eventuell vorkommenden Krankheiten oder Verletzungen bei den Tieren entgegenzuwirken. Ich mache alles, damit es den Kaninchen gut geht. Zudem ist auch vorstellbar, dass gepostete Bilder gar nicht von uns stammen. Den Vorwurf der Tierquälerei müssen die zuständigen Gerichte klären“, so der Züchter. „Ich sehe dem allerdings äußerst gelassen entgegen. Unser Betrieb begeht keine Gesetzesverletzungen.“

Aufgrund des Anlassfalles wird in den nächsten Tagen eine außerordentliche Kontrolle vom Land Niederösterreich durchgeführt.