Erstellt am 09. Februar 2016, 05:23

von Christian Feigl und Clemens Thavonat

Verwirrspiel um die Rot Kreuz-Nachfolge. Für den neuen Bezirksstellenleiter stehen zwei Wahlvorschläge im Raum. Doch ein Kandidat möchte nun nicht mehr.

Josef Schmoll dankt ab: »Das hat einzig mit meiner Lebensplanung zu tun.«  |  NOEN, Foto: Thavonat

Am 26. Februar wird der Nachfolger von Sepp Schmoll als Bezirksstellenleiter des Roten Kreuzes Neunkirchen gewählt: Im Vorfeld der prestigeträchtigen Wahl soll es zu einem Kandidatenduell zwischen den beiden Medizinern Günther Waglechner und Christian Karner an der Spitze gekommen sein. Mittlerweile dürfte aber der Grünbacher Gemeindearzt Karner einen Rückzieher gemacht haben, wie er auf Nachfrage mitteilte.

Fix war bislang nur, dass zwei Wahlvorschläge für den Schmoll-Nachfolger und die restlichen Funktionen im Raum standen. Während der eine von den freiwilligen Mitarbeitern mit Günther Waglechner an der Spitze erstellt wurde, gab es die konkurrierende Gruppe des Bezirksstellenausschusses, der gerne Christian Karner ganz oben gesehen hätte.

Doch der Arzt hat mittlerweile das Interesse an der Funktion verloren, wie er in einem Gespräch mit der NÖN bestätigte: „Ich hatte tatsächlich vor, für die Rotkreuz-Funktion zu kandidieren, doch ist mir noch rechtzeitig klar geworden, dass mir die Betreuung meiner Patienten hier im Ort, dafür zu wenig Zeit ließe. Ich habe mich daher gegen die Kandidatur entschieden.“

Seit 2003 beim Roten Kreuz

Als „eine schöne Arbeit“ bezeichnet Waglechner die angestrebte Funktion: „Wir haben eine gute, funktionierende Mannschaft, die tolle Arbeit über den herkömmlichen Rettungsdienst hinaus leistet. Das reicht von der Team Österreich-Tafel über den Sozialen Dienst bis hin zur Flüchtlingsbetreuung. Das möchte ich in diesem Sinn gerne weiterführen und optimieren“, erklärt er seine Beweggründe für die Kandidatur. Der 30-Jährige ist seit 2003 beim Roten Kreuz.

Bislang war ja Michael Bürger der Stellvertreter von Sepp Schmoll. Doch in die erste Reihe möchte er nicht: „Ich habe ein Unternehmen und Familie. Das geht sich zeitmäßig ganz einfach nicht aus“, wird er aber weiterhin mithelfen und arbeiten, wo es notwendig und gefragt ist.

Rotkreuz-Vizepräsident Josef Schmoll, langjähriger Inhaber der Funktion, wird dafür nicht mehr zur Verfügung stehen: „Ich habe meine Funktion bereits vor einem Jahr ruhend gestellt, mein Stellvertreter Michael Bürger hat die Bezirksstelle bislang geführt. Das entspricht meiner Lebensplanung, hat mit Zeitproblemen oder meinem Beruf nichts zu tun“, erklärt Schmoll dazu.