Erstellt am 16. Juni 2016, 05:45

von Christian Feigl

Eine schräge Angelegenheit. Derzeit prägen überdurchschnittlich viele angefahrene Verkehrszeichen oder Laternen das Stadtbild von Neunkirchen. Nicht jeder Unfallverursacher meldet sein Malheur.

 |  NOEN, NÖN

Es ist eine im wahrsten Sinne des Wortes schräge Angelegenheit, die da aktuell im Verkehrsgeschehen von Neunkirchen abgeht: Überall, wohin man blickt, schiefe Verkehrszeichen und Laternen. Ein Phänomen, das es im vergleichbaren Bereich in Ternitz oder Gloggnitz etwa nicht gibt.

Vor allem der Innenstadtbereich und das Areal um das neue Krankenhaus sind von Fahrzeugkollisionen massiv betroffen. „Die meisten passieren bei Ladetätigkeiten, wenn die Lieferwagen zurückschieben“, weiß etwa Stadtpolizeikommandant Herbert Kostal. Im Innenstadtbereich werden sie im Regefall auch angezeigt. Anders sieht es am Stadtrand oder in der Peripherie aus, da wird es von den Unfallverursachern mit den Anzeigen dann schon nicht mehr so genau genommen.

„Dabei ist das Fahrerflucht“, informiert Bezirkspolizeikommandant Johann Neumüller über die gesetzliche Lage: „Es gilt, dass im Schadensfall eine Anzeige unverzüglich erfolgen muss. Eine Fahrerflucht kann in solchen Fällen eine teure Angelegenheit werden.“

„Eine Fahrerflucht kann in solchen Fällen eine
teure Angelegenheit werden.“
Bezirkspolizeikommandant Johann Neumüller.

Denn die Reparaturarbeiten von beschädigten Verkehrszeichen, aber vor allem Laternen, gehen ins Geld: „Wenn bei der Elektronik etwas kaputt gegangen ist oder der Fundamentsockel repariert werden muss, dann kann sich so ein Schaden schon einmal bis auf 2.500 Euro belaufen“, berichtet Stadtamtsdirektor Robert Wiedner über aktuelle Fälle. In der Regel liege die Spanne je nach Aufwand zwischen 500 und 2.500 Euro.

Acht Fälle dieser Art hatte die Stadtgemeinde in der jüngsten Vergangenheit zu bearbeiten. Fünf Unfalllenker meldeten sich, beim Rest sind die Verursacher unbekannt. Wiedner appelliert deshalb an die Lenker, sich immer zu melden: „Meistens ist das eine Versicherungssache und niemanden passiert etwas. Wir hatten auch Fälle, wo sich keiner gemeldet hat, es aber Zeugen gab und erst auf Nachfrage von uns mit Ausflüchten wie ‚noch keine Zeit gehabt‘ oder ‚erst Rücksprache mit der Versicherung‘ argumentiert wurde.

Da wird es dann schwierig....“ Interessant ist für ihn, dass es jahrelang wenig bis kaum solcher Fälle gegeben hat, diese doch jetzt aber in einer gewissen Häufung auftreten. Wobei sich jene beim Krankenhausareal für ihn leicht erklären lassen: „Das hängt sicher mit dem Baustellenschwerverkehr zusammen.“