Erstellt am 01. März 2016, 05:29

Ex-Partner wollte Frauenhaus sprengen. Ein 33-jähriger Mann soll im Zuge eines Sorgerechtsstreites gedroht haben, das Frauenhaus Neunkirchen in die Luft zu jagen.

 |  NOEN, APA (Archiv)

Ziemlich genervt erschien ein 33-Jähriger aus dem Bezirk Wiener Neustadt am Freitag zu seinem Prozess am Landesgericht Wiener Neustadt. Er wurde bereits 2011 wegen gefährlicher Drohung verurteilt, weil er damals ein E-Mail an das Frauenhaus Neunkirchen geschickt hatte, in dem er androhte, es in die Luft zu sprengen.

Unterzeichnet hatte er das Mail mit „Franz Fuchs“. Einen besonderen Eindruck dürfte die damalige Geldstrafe bei ihm jedoch nicht hinterlassen haben, stellte die Richterin fest. Als sie nach Vorstrafen fragte, meinte er, dass er von nichts wisse.

Vier Monate bedingt

Im Oktober 2015 sollte über das Sorgerecht der gemeinsamen Kinder des Angeklagten mit seiner Noch-Gattin verhandelt werden. Doch schon vor dem Saal, soll der Mann erneut die Fassung verloren haben. „Habt ihr euch damals angschissen? Habt Nächte lang nicht geschlafen? Ihr werdet schon noch schauen…“ soll er gesagt haben, um die Drohung aus 2011 aufzuwärmen.

Der Angeklagte behauptete, von der Mitarbeiterin des Frauenhauses aufgestachelt worden zu sein. Sie habe ihn mit den Worten: „Ah, da ist der Herr X., da müssen wir aufpassen, der hat uns schon einmal bedroht“, begrüßt. Die Mitarbeiterin, die in seiner Abwesenheit als Zeugin aussagte, weil sie immer noch Angst vor ihm habe, bestritt dies.

Der Angeklagte wurde zu vier Monaten bedingt (nicht rechtskräftig) verurteilt. Ein Bewährungshelfer soll ihn bei der Aufarbeitung seiner Taten helfen.

Zitiert

„Wie kann ich Ihnen weiterhelfen?“,
Der Angeklagte fragte die Richterin, die aufgrund seines Verhaltens wissen wollte, ob er genervt sei.

„Mir hat keiner gesagt, dass ich eine Vorstrafe habe.“
Der Angeklagte zur Richterin.

„Ich habe nach einem gewissen Punkt der Lächerlichkeit aufgehört, ihr zuzuhören.“
Der Angeklagte auf die Frage der Richterin, ob er der Zeugin zugehört habe.

„Er hat mir gedroht, mich in die Psychiatrie sperren zu lassen, dass er die Kinder finde und sie bekomme. Ich hatte hier aber niemanden, keine Familie, ich hatte Angst.“
Erinnerte sich die Ex-Frau an die Ehe mit dem Angeklagten.