Erstellt am 30. März 2016, 06:04

von Christian Feigl

Jugendprojekt wird zum Politspielball. Stadtregierung plant „Pumptrack“ für die Stadt. Die SPÖ sieht darin aber eine unrealistische und zu teure Vision.

So sieht ein Pumptrack aus.  |  NOEN, Foto: Velo Solution

New York, Thailand und bald Neunkirchen? Geht es nach den Plänen der Stadtregierung, dann bekommt die Stadt im nächsten Jahr ihren „Pumptrack“, die NÖN berichtete. Vorstellen kann man sich darunter eine Art BMX-Bahn, auf der mit Rad, Skateboard & Co. gefahren werden kann.

Allerdings ist um das Projekt eine Politdiskussion entbrannt. Die SPÖ äußert Skepsis, was die Sinnhaftigkeit und den Preis – zu Beginn wurde sogar die Summe von 160.000 Euro kolportiert – betrifft. Laut Stadtregierung beruhen die Pläne auf einem Umfrageergebnis unter Jugendlichen. „Dort wurde dieser Wunsch geäußert“, so Grünen Vizebürgermeister Martin Fasan.
 


SPÖ-Stadträtin Andrea Kahofer konterte: „Meine Kinder wünschen sich auch viel, unter anderem eine U-Bahn nach Wiener Neustadt.“ Eine Aussage, die von der JVP Neunkirchen zurückgewiesen wird. „Die Opposition sagt damit aus, dass Jugendliche keine konstruktiven Ideen für ihre Stadt einbringen können – weil sie eh nur fantasieren. Das weisen wir aufs Schärfste zurück“, so Obfrau Tamara Konkus.

 Kosten bei 160.000 Euro

Und weiter: „Über einzelne Projekte mag jeder denken, was er möchte. Aber wir Jungen sind sehr wohl in der Lage, gleichsam mit realistischen Ideen wie auch Visionen die Zukunft zu gestalten.“ Die JVP freue sich, dass Bürgermeister Osterbauer den Weg gehe und Jugendliche mit einbinde. Das habe sich beim Projekt MyLife gezeigt, wo auch die Opposition für Fotos posiert hat. Und es wurde beim Pumptrack bewiesen, wo jene eingebunden wurden, die das Sportareal hinterher auch nutzen werden.

Entstehen soll der „Pumptrack“ zwischen dem Minigolfplatz und der Kletterhalle. Zuletzt wurden gemeinsam mit Schülern und der Firma „Velo Solutions“ Vorstellungen erarbeitet, „wir warten jetzt die Pläne ab, die uns vorgelegt werden.“

Der Spaß hat übrigens seinen Preis: Rund 200 Euro pro Quadratmeter, macht auf der geplanten Fläche von 800 Quadratmeter um die 160.000 Euro. Allerdings gäbe es beim Bau verschiedene Varianten, so ÖVP-Stadtchef Osterbauer. Es sei durchaus vorstellbar, dass die Stadt selbst Bauarbeiten übernehme. Das würde sich positiv auf die Kosten auswirken.

„Pumptrack“

 • Ein Pumptrack ist eine speziell geschaffene Mountainbikestrecke (engl. kurz track). Das Ziel ist
es, darauf ohne zu treten durch Hochdrücken (engl. pumping) des Körpers aus der Tiefe am Rad Geschwindigkeit aufzubauen.

• Der etwa ein Meter breite Kurs ist mit Wellen/Steilwandkurven versehen. Neuere Varianten
werden mit harten Oberflächenmaterialien wie Beton gestaltet, um sie mit Skateboards, Rollern
und Inline-Skates zu nutzen.