Erstellt am 05. Januar 2016, 05:08

von Christian Feigl

Keine Flüchtlingscontainer. Die Container der Psychiatrischen Abteilung werden nicht am Gelände des Roten Kreuzes als Flüchtlingsunterkünfte dienen. Diese Lösung ist einfach zu teuer.

Die Container der Psychiatrischen Abteilung im alten Spital werden nun nicht auf das Gelände des Roten Kreuzes übersiedeln und dort Kriegsflüchtlingen als Unterkunft dienen.  |  NOEN, Christian Feigl

Nun ist es definitiv fix: Am Areal des Neunkirchner Roten Kreuzes wird keine Containersiedlung errichtet, in der rund 80 Kriegsflüchtlinge ab 2016 einen Platz finden hätten sollen.

Eigentlich war ja geplant, dass die Hilfsorganisation die Container der ehemaligen Psychiatrie, die seit dem Neubau des Krankenhauses leer stehen, für die Flüchtlingsbetreuung übernimmt. Doch der hohe Preis macht diesem Plan nun einen Strich durch die Rechnung.

„Wir hätten dafür rund 600.000 Euro hinlegen müssen und das war uns einfach zu teuer“, erklärt Rot Kreuz Bezirkskommandant Walter Grashofer die Gründe für das Scheitern.

Nicht wirklich traurig darüber ist indessen ÖVP-Bürgermeister Herbert Osterbauer: „Dazu stehe ich auch. Ich denke, dass Neunkirchen aktuell genug in dieser Problematik macht“, so der Stadtchef. Immerhin sind seit zwei Monaten rund 50 Kriegsflüchtlinge aus fünf Nationen in ehemaligen Gemeindewohnungen untergebracht. Die Betreuung durch das Rote Kreuz, die Caritas und 40 Privatpersonen funktioniert hervorragend.

„Wir hätten dafür rund 600.000 Euro hinlegen
müssen und das war uns einfach zu teuer.“
Rot Kreuz-Bezirkskommandant Walter Grashofer.

„Es gibt überhaupt keine Probleme. Die Kinder gehen in den Kindergarten oder die Schule. Die Erwachsenen sind mit Feuereifer bei den Deutschkursen dabei und helfen uns sogar beim Roten Kreuz“, ist Grashofer mehr als zufrieden.

Dennoch denkt er bereits vorausschauend: „Glaubt man den Prognosen und meinen Erfahrungen, dann wird sich im kommenden Jahr nicht sehr viel an der Situation ändern. Im Gegenteil, viele, die aus der Grundversorgung ausscheiden, benötigend dann eine Unterkunft.“

Deshalb gibt es weiter die Bestrebungen, am Rot Kreuz-Gelände ein Betreuungs-Projekt zu installieren. „Möglicherweise gibt es Konstruktionen mit Fertigteilkomponenten, die wir danach auch für andere Zwecke weiterverwenden können“, bastelt Grashofer bereits an einer alternativen Idee. De facto wird das aber sicher noch Monate dauern, ehe etwas Konkretes am Tisch liegt.

Um den bereits hier lebenden Kriegsflüchtlingen den Alltag zu erleichtern, hat die Stadtgemeinde nun ein Spendenkonto auf der Sparkasse eröffnet: Unter IBAN AT78 2024 1050 0124 5942 kann bei der Sparkasse Neunkirchen gespendet werden. Das Konto wird von Gemeinde verwaltet, es wird nicht für die gängige Betreuung durch Caritas und Rotes Kreuz verwendet.