Erstellt am 16. Februar 2016, 05:59

von Christian Feigl

Neue Verkehrslösung: Kritische Reaktionen. Auch Unmut, weil die zweite Umsetzungsphase nicht gleichzeitig mit der ersten ab Herbst gemacht wird.

Einfahrt verboten: Ab Herbst darf die Eiserne Brücke nicht mehr stadteinwärts befahren werden. Sie wird eine zweispurige Einbahn aus der Stadt.  |  NOEN, Feigl

Für heftige Diskussionen, vor allem im Internet, sorgt die ab Herbst geplante Änderung der Verkehrsführung in Neunkirchen, die NÖN berichtete ausführlich. Positive Worte werden dafür selten gefunden, im Gegenteil, es regieren Sarkasmus und Häme, siehe Zitate nebenan.

Wieder ein paar Einbahnen mehr, viel Spaß beim Einbiegen in die Urbangasse oder Neunkirchen bekommt einen Ring, fehlen nur noch die Oper und Lugner – ist da etwa auf Facebook zu lesen. Meldungen, die ÖVP-Stadtchef Herbert Osterbauer äußerst verärgern: „Den Großteil nehme ich nicht ernst, weil nichts Konstruktives dabei ist.“ Bei Zweiflern helfe am besten das persönliche Gespräch: „Wenn man den Kritikern das Projekt genau erklärt, dann ist meistens auch Verständnis da!“

„Da gehört viel mehr bedacht“

Für Wirtschaftstreibende, aber auch die SPÖ, ist eines klar: Ohne Einführung der Phase 2, bei der die Wiener Straße entlang des Hauptplatzes umgedreht werden soll, machen die Maßnahmen wenig Sinn. „Alles auf einen Schlag wäre besser gewesen, denn ohne die zweite Phase ist diese Lösung für die Innenstadt noch schlechter“, meint etwa SPÖ-Baustadtrat Günther Kautz.

Warum wird dies eigentlich nicht gleichzeitig mit Phase 1 ab Herbst realisiert? „Weil dafür die Vorlaufzeit einfach zu kurz ist und die Verantwortlichen das Projekt auf ordentliche Beine stellen müssen“, so Stadtamtsdirektor Robert Wiedner. Und Osterbauer ergänzt: „Da gehört viel mehr bedacht, etwa Parkplätze, mögliche Begegnungszonen oder die Beschilderung!“
Übrigens: Bei der NÖN Online-Umfrage hielten 60 Prozent die geplante Verkehrslösung für nicht gut.

Die geplanten Änderungen

Phase 1, Herbst 2016:
• Die Urbanbrücke wird als doppelspurige Einbahn stadteinwärts geführt.
• Die Urbangasse wird eine doppelspurige Einbahn bis vor die Kreuzung mit der Schraubenwerkstraße – hier erfolgt die Zusammenführung auf eine Fahrspur, Vorteil: Zufahrt Urbangase durchgängig bis Minoritenplatz und Zufahrt Orthuber-Parkplatz möglich.
• Die Schraubenwerkstraße bleibt Gegenverkehrsbereich.
• Vom Kreisverkehr Wienerstraße wird die Wienerstraße stadtauswärts als zweispurige Einbahn über die Eiserne Brücke/Mautkreuzung geführt.

Phase 2, 2017:
• Einbahn der Wiener Straße soll im Zentrumsbereich beim Hauptplatz umgedreht werden.

Reaktionen auf Facebook

„Weil wir in Neunkirchen ja eh schon zuwenig unnötige Einbahnen haben, machen wir gleich noch mehr? Bravo!“

„Is a Verkehrslösung waun ma zwaspurig in ana Richtung in Kras foan kaun ? Interessant ! Wos hot si der Planer eingworfn¨– weu „denkt“ passt do net ??? Owa wahrscheinli wird des a 2-spuriger Rundkurs für illegale Straßenrennen mit de aufgmotztn BMW, Audi, Mercedes ..- Kistn unsara .... Mitbürger !“

„Ma, ist das lustig, sche is so a Ringelspül...“

„Find ich nicht gut. Vielleicht für den Panoramapark sinnvoll, aber für alle, die täglich in der Stadt rumfahren müssen (Kiga, Einkaufen, Doktor...), ist das ein massiver Umweg. Und die Sache von oben mit dem Einbiegen von der B17 sehe ich auch kritisch.“

„Schon mal jemanden den Autoweg von der Stadtapotheke zur Sparkasse erklärt? Ich hatte letzte Woche das Vergnügen. Da schalten alle auf Syntax Error um! Der arme Kerl hat eh gemeint: ja das ist ja gleich da drüben. Ich seh sie ja die Sparkasse. War aber ein Lieferbus. Der hat fahren müssen.“

„Ich wünsch dann all jenen viel Spaß die vom alten Lagerhaus kommend in die Wienerstraße Richtung B17 fahren wollen.“

„War Frau Vassilaki in Neunkirchen?“

„Die Ringstraße von Neunkirchen! hier fehlt nur noch die Oper und da Lugner!“

„Spezialisten leisten mehr... nicht wirklich sinnvoll, haben ja eh schon genug unnötige Einbahnstraßen in Neunkirchen!“

„Das ist sicher ein Faschingsscherz – weil ERNST kann das sicher nicht gemeint sein!“

„Hoffentlich kommt noch Phase 2 – die besser wird.“