Neunkirchen

Erstellt am 16. Mai 2017, 05:10

von Christian Feigl

ÖVP-Powerfrau Pinkl schmeißt alles hin. Claudia Pinkl schon länger mit vielem nicht mehr zufrieden – Disput am Maifest brachte das Fass zum Überlaufen.

Nur eine hat leicht lachen: Am Freitag baten die scheidende Claudia Pinkl sowie die beiden ÖVP-Stadtparteiobleute Bgm. Herbert Osterbauer und Stadtrat Armin Zwazl die NÖN zum Gespräch, um über die personellen Umstrukturierungen zu berichten.  |  NOEN, Christian Feigl

Personeller Paukenschlag bei der ÖVP Neunkirchen: Mit sofortiger Wirkung schmiss Claudia Pinkl in der Vorwoche ihre Funktionen als Ortsvorsteherin und Gemeinderätin hin. Die ÖVP-Führung bedauert ihr Ausscheiden.

„Es gibt für meine Entscheidung einige Gründe, hauptsächlich überwiegen aber persönliche, auf die ich, und da bitte ich um Verständnis, aber auch nicht näher eingehen will“, erklärt sie im Gespräch mit der NÖN Neunkirchen ihren Rückzug. Aber auch der Umgang im Gemeinderat untereinander habe sie immer mehr befremdet: „Und irgendwann geht es dann nicht mehr, da ist dann das Fass übergelaufen!“

Hinter den Kulissen dürfte für ihren Entschluss letztendlich ein lautstarker und emotionaler Konflikt mit einem ÖVP-Funktionär am Peischinger Maifest gewesen sein. Pinkl: „Kein Kommentar!“

Gespräche über Nachfolge in den kommenden Tagen

Seit 2013 saß die Bildungsexpertin für die ÖVP im Gemeinderat. Und fiel vor allem mit ihrer eigenständigen Meinung, die nicht immer auf Parteilinie lag, auf. So kritisierte sie auch damals den Beschluss, als sich die Stadtregierung im Alleingang die Gemeinderatsbezüge erhöht hatte.

„Wir bedauern den Schritt von Claudia Pinkl und haben vor allem ihre offene und ehrliche Art sehr geschätzt. Leider konnten wir sie nicht überzeugen, ihre Entscheidung zu überdenken“, sind die beiden Parteiobmänner Bgm. Herbert Osterbauer und Stadtrat Armin Zwazl alles andere als über ihren Entschluss erfreut. Im Gegenteil: „Ich sehe es als Auszeit mit Rückkehrrecht“, so Osterbauer, der nach dem Vorfall am Peischinger Maifest auch mit dem Funktionär in den kommenden Tagen noch ein ernstes Wort reden möchte.

Bei der ÖVP heißt es nun, die große personelle Lücke, die Pinkl zweifellos hinterlassen wird, zu schließen. „Jetzt schon Namen zu nennen, wäre definitiv zu früh. Aber wir müssen nicht nur einen Ortsvorsteher, sondern auch eine Gemeinderätin nachbesetzen“, so Osterbauer und Zwazl. Schon in den kommenden Tagen sollen die dementsprechenden Gespräche aufgenommen werden. Ziel ist es, in der Juni-Sitzung einen Nachfolger von Pinkl angeloben zu können.

Sie selbst möchte jetzt einmal ihre wiedergewonnene Freizeit genießen: „Darauf freue ich mich wirklich am meisten. Denn die Aufgabe ist natürlich an die Substanz gegangen!“

 

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