Erstellt am 23. Februar 2016, 05:09

von Christian Feigl

Sexbilder-Aufreger in Kinder-Hortbetreuung. Schüler zeigten sich am Handy Sexfotos. Das betreuende Hilfswerk verspricht eine lückenlose Aufklärung.

 |  NOEN, Erwin Wodicka

Ein Vorfall, der sich am 10. Februar in der Hortbetreuung der Volksschule Steinfeld ereignet hat, sorgt für Aufregung und Gesprächsstoff: Im Rahmen der Nachmittagsbetreuung soll einem achtjährigen Mädchen von einem anderen Kind ein Pornovideo am Handy vorgespielt worden sein. Die vom Hilfswerk organisierte Betreuung dürfte von dem all nichts mitbekommen haben. Die Verantwortlichen weisen den Pornovorwurf von sich und sprechen von Sexbildern.

„Mir ist das Verhalten meiner Tochter am Abend komisch vorgekommen. Sie war apathisch, hat sich ganz anders als normal benommen und gesagt, dass sie nicht mehr in den Hort gehen möchte“, erinnert sich der Vater im Gespräch mit der NÖN. Als er die Achtjährige darauf anspricht, rückt sie langsam mit der Sprache heraus. Erzählt ihren Eltern von den Vorfällen.

„Ich habe geglaubt, ich traue meinen Ohren nicht“, so der Vater, „und war richtig verärgert. Ich frage mich, wie so etwas passieren kann und darf. Die Kinder sollten doch beaufsichtigt werden und nicht machen können, was sie wollen. Noch dazu ist diese Betreuung ja nicht kostenlos. Ich bezahle dafür im Monat 250 Euro.“

Verantwortliche entschuldigten sich 

Astrid Schrattenholzer ist als Leiterin des Familien- und Beratungszentrums des Hilfswerks um Schadensbegrenzung bemüht: „Es steht Wort gegen Wort. Unseres Wissens wurde kein Pornofilm gezeigt, sondern die Kinder haben nach Sexbildern im Internet gegooglet und dabei eine Sicherheitssperre, die von den Eltern am Handy bereits eingerichtet worden war, übergangen!“

Natürlich greifen die Betreuerinnen in solchen Fällen sofort ein: „Das haben sie auch in der Vergangenheit schon getan, aber bei den heutigen Handys mit dem Touchscreen genügt ein Wischer über den Bildschirm und alles ist weg. Da ist eine Kontrolle natürlich sehr schwierig!“ Handys dürften sie verwenden, weil es dort einen Medienschwerpunkt gibt. ÖVP-Schulstadträtin Barbara Kunesch ist die Causa bekannt: „Natürlich bin ich nicht sehr erfreut darüber und hoffe auf eine lückenlose Aufklärung des Falles.“

„Bei so etwas gibt es eine Nulltoleranz-Politik, wir werden den Fall lückenlos aufklären“, versprechen Hilfswerk-Landespressesprecherin Elisabeth Schreiner und Elke Fuchs von der Geschäftsleitung.
Bei einem persönlichen Gespräch mit allen Beteiligten entschuldigten sich zwar die Verantwortlichen für den Vorfall, der Vater hat aber seine Konsequenz gezogen: „Ich habe meine Tochter sofort herausgenommen. So etwas ist für mich untragbar!“

Auch im Hort wird der Fall nicht ohne Folgen bleiben: Demnächst gibt es für die Eltern einen Informationsabend zum Thema „Safer Internet“: „Dort werden wir auch fragen, ob grundsätzlich ein Handy- oder Tabletverbot gewünscht ist“, so Schrattenholzer. Zusätzlich gibt es auch an das betroffene Mädchen das Angebot, seitens des Hilfswerks, zu einer psychologischen Betreuung.