Neunkirchen

Erstellt am 09. August 2016, 14:28

von Christian Feigl

Stadtregierung wegen Initiative verstimmt. Innenstadtunternehmer unterschrieben. Im Internet gehen Wogen hoch. Bereits über 1.000 Personen haben die Petition der

Ein Bild sagt mehr als tausend Wort: Auf humorige Art hat Gastronom Ernst Flechl auf die aktuelle Situation bei seinem „Inbiss zur Post“ reagiert.  |  Feigl

Die Fronten zwischen Politik und Wirtschaft in der Debatte um eine Verkehrslösung für die Innenstadt verhärten sich: Die von den Unternehmern initiierte Unterschriftenaktion – die NÖN berichtete ausführlich – stößt bei der Stadtregierung nur auf wenig Gegenliebe, bei der Bevölkerung aber umso mehr auf Anklang.

„Ich hätte schon erwartet, dass die Initiatoren vorher zu mir kommen und mit mir darüber reden. Ich habe immer ein offenes Ohr“, ist etwa ÖVP-Stadtchef Herbert Osterbauer verstimmt. Und Grüne Vizebürgermeister Martin Fasan ergänzt: „Die Unterschriftenliste strotzt vor Widersprüchen, die Leute wissen gar nicht, was sie unterschreiben!“

Vorwürfe, die Martin Wieland und Christian Bauer nicht nachvollziehen können: „Wir haben die Aktion bewusst ohne Politik gestartet, damit wir einmal die Stimmung bei den Unternehmern und Kunden ausloten können. Die Politik braucht sich nicht sorgen, es wird in den kommenden Wochen noch genug Gespräche und Gesprächsstoff geben“, lautet ihre Antwort an Osterbauer. Und auch Fasans Vorwürfe lassen sie nicht unkommentiert: „Auf der Unterschriftenliste steht in einem Satz ganz klar, wofür die Leute unterschreiben: Nämlich für die Umsetzung der versprochenen Verkehrslösung für die Innenstadt. Da gibt es nichts Unklares!“

„Unsere Intention ist klar und deutlich: Wir fordern auch die Umsetzung der 2. Phase der Verkehrslösung. Wie die im Detail aussieht, muss man verhandeln, im Idealfall mit einer Öffnung der Herrengasse für den Verkehr“, stellen die Initiatoren Martin Wieland und Christian Bauer klar.  |  Feigl

Den Unternehmern ist wichtig, dass auf die erste Phase im Herbst auch eine zweite kommt: „Wie die dann im Detail aussieht, darüber kann man reden. Aber nur die erste Phase zu realisieren ist für die Innenstadt eine Katastrophe. Denn damit werden die Leute noch mehr am Zentrum vorbeigeführt“, stellen Wieland und Bauer klar.

Vom Echo ihrer Aktion sind die beiden überwältigt: „Mittlerweile haben wir bereits knapp 1.000 Unterschriften gesammelt und der Zuspruch bei Kunden und Kollegen ist groß! 52 Betriebe machen bei der Initiative mit.“

Hohe Wellen schlägt die Aktion auch im Internet. Dort wurde auf Facebook die Plattform „Rettung für die Neunkirchner Innenstadt“ ins Leben gerufen, wo rege und teilweise auch sehr kritisch über die Pläne der Stadt und Wirtschaft diskutiert wird, siehe Zitate nebenan.

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