Neunkirchen

Erstellt am 18. Mai 2017, 05:17

von Christian Feigl

„Tante Juttas“ letzte Schwimm-Stunde. In den vergangenen 42 Jahren brachte Jutta Schöller tausenden Neunkirchnern das Schwimmen bei. Sie erinnert sich.

Jutta Schöllers ältester und jüngster Schüler des letzten Kurses: Jonas und Nuhrahman.  |  NOEN, Barta

Nah am und viel im Wasser. So verlief für Jutta Schöller in der Vorwoche ihr letzter Tag als Schwimmlehrerin. Nach 42 Jahren, in denen sie zigtausenden Neunkirchner Kindern das Schwimmen lernte, war es für sie an der Zeit, die ehrenvolle Aufgabe an den Nagel zu hängen. „Mit vielen Tränen, aber es geht aufgrund meines Alters leider nicht anderes“, erzählt die bald 74-jährige ehemalige Unternehmerin im Gespräch mit der NÖN.

Wie wichtig Schwimmen bereits im Kinderalter ist, musste sie anhand eines traumatischen Ereignisses in Italien live miterleben. „Ich war in meiner Jugend dabei, als im seichten Meer ein Kind direkt neben seinem Vater ertrunken ist. Ertrinken ist ja im Kleinkinderalter die häufigste Todesursache“, appelliert sie an alle Eltern, ihren Kindern möglichst in jungen Jahren das Schwimmen beizubringen. Als ihr Sohn mit drei Jahren einen Schwimmkurs besucht und Jutta Schöller dort ihre aktive Hilfe anbietet, wird sie vom Fleck weg engagiert. Für die nächsten 42 Jahre...

„Auch Senioren waren dabei“

„Mir war immer wichtig, den Kindern die Angst vor dem Wasser zu nehmen und gleichzeitig aber den Respekt davor beizubehalten. Auch die Baderegeln sind sinnvoll. Vor allem, dass man nicht in unbekannte Gewässer gehen soll, habe ich meinen Schülern immer gepredigt!“ Gelernt haben das Schwimmen in den 42 Jahren und unzähligen Kursen bei „Tante Jutta“, wie sie genannt wurde, fast alle. Von klein bis groß. „Auch Senioren waren dabei. Die, die es nicht schafften, kann ich an einer Hand abzählen“, ist Schöller zufrieden.

Dem Schwimmen wird sie dennoch weiter die Treue halten: „Mein Enkelkind ist fünf Jahre und schwimmt sehr gerne. Das heißt, man wird mich im Bad nicht aus den Augen verlieren.“ Und das haben sie auch ihre Schüler nach vielen Jahren nicht, wie immer wieder Begegnungen auf der Straße beweisen: „Dass sie mich dann noch kennen und sich freuen, ist eigentlich der schönste Lohn“, gibt sich die Neunkirchnerin bescheiden.