Erstellt am 15. März 2016, 05:44

von Christian Feigl

Wegen Spital fliegen Fetzen. Zwischen den Abgeordneten Rupert Dworak und Hermann Hauer kracht es gewaltig. Nun soll der Wickel sogar im Landtag thematisiert werden.

Weiterhin Unruhe im neuen Krankenhaus, das nun in den Mittelpunkt von Polit-Scharmützel geraten ist.  |  NOEN, Foto: Petra Stückler

Einen veritablen Politwirbel hat das Ergebnis der Betriebsratswahlen (Die FCG siegte gegen die FCG mit 11:2 Mandaten) im neuen Krankenhaus ausgelöst: Zwischen der SPÖ und der ÖVP fliegen seitdem die Fetzen.

Grund dafür sind die Aussagen von ÖVP LAbg. Hermann Hauer, der sich in der NÖN von der geringen Wahlbeteiligung enttäuscht zeigte und meinte: „Da bekommen die Mitarbeiter ein neues Haus und finden es nicht einmal der Mühe wert, wählen zu gehen.“ Gleichzeitig kündigte er an, alles zu hinterfragen: „Das wird wehtun. Mir, aber auch den anderen!“

Für die SPÖ ungeheure Aussagen. Bezirksparteichef LAbg. Bgm. Rupert Dworak ist verärgert: „Was soll das? Der ständig steigende Druck auf das Personal, die ständige Einflussnahme der ÖVP, des selbsternannten ‚Krankenhausspezialisten‘ Hauer, der sich ständig überall einmischt und wichtig macht, haben die Mitarbeiter des Landesklinikums endgültig satt, und somit der schwarzen Belegschaftsvertretung einen Denkzettel verpasst. Hauer glaubt, aus dem Spital eine ÖVP-Parteizentrale machen zu können“, findet Dworak harte Worte.

Dowrak mit Kritik noch nicht am Ende

Worte, denen Hauer um keinen Konter verlegen ist: „So etwas Blödes habe ich ja überhaupt noch nie gehört. Was soll das mit der Parteizentrale, ist das ein verspäteter Faschingsscherz? Da empfehle ich Dworak einen Blick auf die Arbeiterkammer. Wenn ich von Leuten mit Problemen angesprochen werde, dann habe ich als politischer Mandatar die Verpflichtung mich darum zu kümmern, denn dafür bin ich gewählt, egal, ob ihm das passt oder nicht. Bänder durchschneiden und sonst nie dabei sein ist halt zu wenig“, hat er gleich eine Retourkutsche parat.

Doch Dowrak ist mit seiner Kritik noch nicht am Ende: „Die Ankündigung Hauers aufgrund der vernichtenden Niederlage der ÖVP bei den Personalvertretungswahlen im Landeskrankenhaus Neunkirchen, den Leuten, sprich dem Personal, wehzutun, empört die Öffentlichkeit“, ergänzt er. „Vom Personal habe ich nie gesprochen. Und natürlich wird es wehtun, wenn ich hier Fragen stelle. Wahrscheinlich keine angenehmen Fragen. Das ist in der Natur der Sache. Mehr daraus konstruieren zu wollen ist absurd. Da gab es nie eine Drohung“, so Hauer über die Sichtweise seiner Dinge.

Gemeinsam Verbesserungsmaßnahmen erzielen

Dworak hat jedenfalls angekündigt, in der Causa eine Anfrage an den Landeshauptmann und den zuständigen Landesrat zu richten: „Es ist für mich inakzeptabel, dass Hauer von der Direktion, dem Pflegedienst bis hin zu den Stabsstellen Führungskräfte zu sich zitiert, um seine gekränkten parteipolitischen Befindlichkeiten zu befriedigen.“ Demnächst ist vielleicht noch zu erwarten, dass Hauer bei den Krankenvisiten der Primarärzte am Vormittag dabei sei, um den Blutdruck der Patienten zu messen. Es gebe eine kollegiale Führung im Haus und eine Führung in der Landesklinikenholding, die sich um Probleme zu kümmern hat.

An Hauer perlt die letzte Kritik wie Wasser auf einer Himbeere ab: „Ich habe mich trotzdem zu diesem Gespräch mit der kollegialen Führung in der Vorwoche getroffen. Das war schon lange vor der Wahl ausgemacht und es war sehr konstruktiv. In kleinen Schritten wollen wir nun gemeinsam Verbesserungsmaßnahmen erzielen.“ Der Anfrage im Landtag sieht er gelassen entgegen: „Das ist mir wurscht, soll er ruhig machen!“

Dworak: „Ich habe mich gemeinsam mit Hermann Hauer für den Neubau des Landesklinikums Neunkirchen eingesetzt und mich gegen den damaligen Rechnungshofbericht gestemmt. Umso mehr bin ich enttäuscht, dass der gemeinsame Weg für die beste Gesundheitsversorgung im Bezirk von der ÖVP für parteipolitische Machtspiele aufs Spiel gesetzt wird“, so Dworak.
Abschließend empfiehlt er Landesrat Karl Wilfing, Hauer künftig aus dem Spital fernzuhalten.