Erstellt am 14. Juni 2016, 05:30

von Christian Feigl

Wortbruch? Streit um NEF-Standort geht weiter. Harte Bandagen | Notarztauto steht nicht wie vereinbart am Gelände des Krankenhauses: Streitparteien agieren bei gegenseitigen Vorwürfen nicht zimperlich.

Koinig zeigt den Standplatz für das Notarzteinsatzfahrzeug am Areal des neuen Spitals: »Es wurde alles dementsprechend vorbereitet!«  |  NOEN, Foto: Feigl
Der Streit um den Standort des Notarzteinsatzfahrezuges (NEF) geht in die nächste Runde: Hatten Rot Kreuz-Bezirksstellenleiter Sepp Schmoll und Notarztboss Gerhard Koinig sich im Herbst noch zu einer Kompromisslösung durchgerungen und ausgemacht, das Fahrzeug von Jänner bis März in der Bezirksstelle und von April bis Juni am Krankenhausareal zu stationieren, so steht der Wagen mittlerweile seit sechs Monaten bei den Ersthelfern. Eine Situation, die Koinig massiv ärgert. Er wirft Schmoll Wortbruch vor.



„Eigentlich habe ich schon damit gerechnet, dass diese Vereinbarung hält, umso mehr bin ich nun von der aktuellen Vorgangsweise enttäuscht“, lässt er seinen Gefühlen beim Lokalaugenschein der NÖN freien Lauf. Denn das zusätzlich skurrile ist, dass im Untergeschoss für das neue Krankenhauses in Absprache mit dem Roten Kreuz bei der Planung drei Räume für die Notarztmannschaft berücksichtigt wurden. Diese sind top modern ausgestattet und seit sechs Monaten komplett unbenutzt.

„Derzeit liegt die Ausrückzeit bei fünf Minuten.
Mit der geplanten Struktur – Stützpunkt im
Krankenhaus – liegt sie sicher unter 2 Minuten.“
Bernhard Jany.

Aber auch auf einen anderen Umstand macht Koinig aufmerksam: „Die Daten der ersten Monate belegen, dass die Ausfahrtszeiten teilweise von zwei auf fünf Minuten angestiegen sind. Und da geht es nicht mehr um mich oder sonst jemanden, sondern einzig und alleine um das Wohl der Patienten.“

Schützenhilfe bekommt Koinig von der Landeskliniken Holding: „Derzeit liegt die Ausrückzeit bei ca. fünf Minuten. Mit der geplanten Struktur – Stützpunkt im Krankenhaus – liegt sie sicher unter 2 Minuten. Die Bedeutung der Ausrückzeit als entscheidende Zeit für die Effektivität des Notarzteinsatzes liegt auf der Hand“, bekräftigt deren Pressesprecher Bernhard Jany.

Starker Tobak, der da Rot Kreuz-Boss Sepp Schmoll ins Gesicht bläst und diesen dementsprechend verärgert: „Das sollen sie mir einmal beweisen! Sie sollen lieber schauen, dass es im Neunkirchner Krankenhaus nicht überall zu so langen Wartezeiten kommt“, ist Schmoll um keinen Konter verlegen und erklärt: „Bis der Notarzt von seiner Station runterkommt, ist unser Wagen längst dort.“

„Das sollen sie mir einmal beweisen! Sie sollen
lieber schauen, dass es im Neunkirchner
Krankenhaus nicht überall zu so langen
Wartezeiten kommt“
Sepp Schmolls Konter.

Dass die Vereinbarung nicht eingehalten wurde, liegt laut seinen Worten alleine in der Neuausschreibung des Landes für das Notarzteinsatzfahrezug-System begründet: „Dort steht drinnen, dass sich das Rote Kreuz diesbezüglich in den Klinikstandorten einmieten kann. Aber warum sollen wir für etwas bezahlen, wenn wir unmittelbar daneben selbst ein Objekt haben?“

Die Begründung wurde Koinig und der Landes Kliniken Holding seitens des Roten Kreuzes auch schriftlich mitgeteilt: „Und so lange die Ausschreibung noch läuft, wird sich daran auch nichts ändern. Wir zahlen keine Miete und werden auch keine zahlen!“, scheint der Karren im wahrsten Sinne des Wortes so ziemlich verfahren zu sein.  siehe auch Seite 4