Erstellt am 23. November 2015, 14:20

von APA/Red

Offizieller Baustart des Semmering-Basistunnels. Drei Jahre nach der Grundsteinlegung für das Großprojekt Semmering-Basistunnel (SBT) ist am Montag in Gloggnitz (Bezirk Neunkirchen) der feierliche Tunnelanschlag für den Bau von niederösterreichischer Seite erfolgt.

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Der 27,3 Kilometer lange Tunnel soll 2026 fertiggestellt sein, die Fahrzeit Wien - Graz wird dann weniger als zwei Stunden betragen.

Die Errichtung ist in drei große Tunnel-Abschnitte unterteilt. Von Gloggnitz aus arbeiten Mineure im Bagger- und Sprengverfahren mehr als sieben Kilometer Richtung Steiermark. Der mittlere Abschnitt Fröschnitzgraben (Steiermark) ist seit 2014 in Bau, mit dem letzten Abschnitt Grautschenhof wird voraussichtlich im Frühjahr 2016 begonnen.

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Komplexes System entsteht

Gegraben wird aber nicht nur vom Tunnelportal Gloggnitz aus, sondern gleichzeitig auch von Göstritz (Schottwien/) in Richtung Gloggnitz und Mürzzuschlag (Steiermark). Dort entsteht ein komplexes System aus Zugangstunnel und Schächten, von dem aus der Tunnel gebaut werden kann. Das Konsortium aus Implenia, Hochtief Infrastructure und Thyssen Schachtbau baut im Auftrag der ÖBB-Infrastruktur AG das Baulos Tunnel Gloggnitz, Baustart war im Sommer.

Christian Kern, Vorstandsvorsitzender der ÖBB-Holding AG, bezeichnete den Semmering-Basistunnel laut einer Aussendung als ein entscheidendes Projekt für die Bahn und den Wirtschaftsstandort Österreich. Man schaffe damit die Voraussetzungen für noch mehr umweltfreundliche Mobilität. Auch der Güterverkehr auf der Schiene werde deutlich leistungsfähiger, "die Adriahäfen rücken ein Stück näher an Österreich und werden besser erreichbar."

Konsequenter Ausbau der Bahn

"Mit dem heutigen Tunnelanschlag setzen wir den Ausbau unserer Bahn konsequent fort", erklärte Verkehrsminister Alois Stöger (SPÖ). Dort wo die Schiene schon auf den neuesten Stand gebracht worden sei, sei die Bahn durch die kurzen Fahrzeiten bereits zur echten Alternative geworden: "Das werden wir auch auf der Südstrecke erreichen."

Jozef Vasak, Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich, hob hervor, dass der Semmering ein Nadelöhr auf dem Baltisch-Adriatischen Korridor durch Europa darstelle. Mit dem Tunnel beginne eine neue Zeitrechnung für ein leistungsfähiges Verkehrsnetz durch Europa.

Steiermarks Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) und Verkehrslandesrat Karl Wilfing (ÖVP) betonten die wirtschaftlichen Impulse in der Region und Vorteile für die Pendler. Als Tunnelpatin fungierte Nationalratspräsidentin Doris Bures, in ihrer früheren Funktion als Verkehrsministerin nach ihren Worten "überzeugte Kämpferin" für das Projekt.