Erstellt am 23. September 2015, 05:32

von Gila Wohlmann

Opfer: "Meine Töchter geben mir Kraft!". Schläge musste Martha Postl einstecken. Täter sind in Haft. Sie lässt sich nicht unterkriegen.

Einen Polizeibären als symbolischen Aufpasser gab es für Martha Postl, überreicht von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und Landespolizeidirektor Franz Prucher.  |  NOEN, Erich Marschik

Martha Postl (69), Pensionistin aus Puchberg, wurde in der Nacht von 17. auf 18. Juli Opfer eines brutalen Raubüberfalls. Jetzt sind die Täter in Haft (siehe auch NÖN Landeszeitung, Seite 19). Im NÖN-Gespräch erzählt sie, wie der Vorfall noch heute ihr „unliebsamer Begleiter“ ist.

NÖN: Zwei Monate ist es her, dass Sie Opfer dieser brutalen Gewalttat wurden. Wie fühlen Sie sich jetzt?
Martha Postl: Schauen Sie auf meine Hände. Diese zittern noch immer. Natürlich kommt einem diese Nacht immer wieder in den Kopf, viele Gedanken wie: „Wo ist meine Taschenlampe?“, aber man versucht, Abstand zu gewinnen.

Was waren Ihre ersten Gedanken, als Sie von den Tätern überrascht wurden?
Einer schlug ja auf mich ein. Ich sagte nur: „Ich habe ja nichts!“ Mehr nicht. Zuerst dachte ich mir: „Nicht rühren, bevor ich tot bin!“ Der Fremde drückte mich nieder. Ich wollte nur, dass sie gehen.Dann habe ich einfach epileptische Anfälle vorgetäuscht, damit sie von mir ablassen.

Wie konnten Sie Hilfe holen?
Als die Täter das Haus verlassen hatten und ich ein Auto wegfahren gesehen habe, bin ich zu meinem Nachbarn Peter Bock. Dann wurden die Einsatzkräfte verständigt. Die Polizei war wirklich sehr freundlich.

Was wurde Ihnen alles gestohlen?
70 Euro Bargeld, zwei Eheringe und Ohrringe. Überdies ein Ring, den ich zur silbernen Hochzeit erhalten habe sowie ein Fußketterl.

Haben Sie die Täter irgendwie erkennen können?
Nein. Ich habe nur den Taschenlampenschein gesehen und gehört, dass einer zum anderen etwas sagte, was ich aber nicht verstand.  Ins Haus sind sie übrigens gelangt, weil ich an diesem Tag das Badezimmerfenster offengelassen hatte.

Haben Sie psychologische Hilfe in Anspruch genommen?
Meine Töchter geben mir die meiste Kraft. Das hilft!

Haben Sie seit dem Vorfall die Sicherheitsvorkehrungen an Ihrem Haus verbessert?
Die Fenster sind jetzt vergittert und eine Alarmanlage ist installiert. Außerdem habe ich jetzt einen Hund und schreibe mir alle Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen auf, die sich meinem Haus nähern. Ich bin vorsichtiger geworden.