Erstellt am 09. März 2016, 04:34

von Johannes Authried

Patienten gestalteten 30 Kreuzweg-Bilder. In der Kapelle des neuen Krankenhauses gibt es einen besonderen Blickfang, für den Psychiatrie-Patienten gesorgt haben.

Initiierten den Kreuzweg in der Spitalskapelle: Lukas Portugaller und Schwester Heidrun Bauer.  |  NOEN, Johannes Authried

Für Krankenhausseelsorger Lukas Portugaller war von Anfang an klar, dass der Kreuzweg für die Spitalskapellenicht von bildenden Künstlern, sondern von Patienten des Landesklinikums Neunkirchen geschaffen werden soll. Die Projektidee – ein Kreuzweg als Lebensweg.

Mit Unterstützung von Primar Helmut Jelem wurden Patienten der Tagesklinik der Abteilung für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin unter professioneller Begleitung durch Ergotherapeutinnen ermutigt, sich mit den Themen Leid, Tod, Auferstehung für die Gestaltung des Kreuzweges auseinanderzusetzen.

Die Ergotherapeutinnen ließen den Patienten größtmögliche Freiheit bei der Motivgestaltung. Initiator Lukas Portugaller zeigt sich über die gelungene Aktion mehr als erfreut. „Es ist das religiöse Potenzial der Patienten so gut zum Ausdruck gekommen und war so förderlich und gut für den Gesundheitsprozess“. Siebzehn Personen haben dreißig Kreuzwegbilder, unter der künstlerischen Leitung von Salvatorianerin Schwester Heidrun Bauer aus Pitten gemalt.

Das richtiges Format ist wichtig

Für Schwester Heidrun Bauer war es wichtig, ein Bildformat zu schaffen, dass die Patienten nicht unter- bzw. überfordert. Es wurden Rahmen mit 40 x 40 cm hergestellt, wo sich letztendlich herausstellte, dass hier die Motive, es gibt auch dreidimensionale Bilder, sehr gut zur Geltung kommen.

Der Platz, ein freies Band an der Rückwand, wurde schon bei der Planung der neuen Kapelle berücksichtigt, was den Kreuzweg sehr gut zur Geltung kommen lässt.„Es wäre schade gewesen, wäre der Kreuzweg nur auf die gesamte Holzlattung gehängt worden. Es ist ein Kreuzweg, der in die Auferstehung mündet, es ist ein Lebensweg, der hineinmündet ins ewige Leben und da darf auch etwas aufgebrochen werden“ so Heidrun Bauer.

Es ist auch ein lebendiger Kreuzweg – in der Sakristei gibt es eine zweite Garnitur an Bildern, mit welchen man die Stationen auswechseln kann. Am meisten beeindruckt hat die Seelsorger, dass man die Würdigung der Patienten und deren Lebensgeschichte mit in diesen Raum eingebaut hat. Weihbischof Franz Scharl wird am Samstag, 19. März, 17.30 Uhr, im Rahmen eines Gottesdienstes in Anwesenheit der Künstler den Kreuzweg segnen.