Erstellt am 23. Mai 2017, 05:00

von Christian Feigl

Hans Hechtl wurde bei SPÖ Neunkirchen ausgebremst. Der amtierende Neunkirchner SPÖ-Nationalrat wird auf seine Kandidatur verzichten und soll von Sylvia Kögler beerbt werden.

Hans Hechtl: „Da eine Frau die Liste anführen soll, ist für mich kein Platz mehr!“  Sylvia Kögler: Sie ist die erklärte Favoritin der Bezirkspartei auf den Spitzenplatz.  |  NÖN

Der nächste personelle Paukenschlag in der Politszene: SPÖ-Urgestein Hans Hechtl hat nicht nur sämtliche Funktionen in der Neunkirchner Stadtpartei zurückgelegt, sondern wird auch bei der Nationalratswahl im Herbst nicht mehr antreten: „Es hat geheißen, dass eine Frau die Liste anführen soll und dieser Entscheidung werde ich mich beugen. Auch die Liste der Stadt soll den notwendigen Rückhalt haben, deshalb habe ich mich auch dort aus der Funktion des Stadtparteiobmann-Stellvertreters zurückgezogen“, erklärt er seine Entscheidung.

Allerdings: Hinter den Kulissen, so hört man, dürften die Diskussionen weit weniger emotionslos über die Bühne gegangen sein. So ist von einer lautstarken Auseinandersetzung bei einem Bezirksparteivorstand die Rede und auch der Stadtpartei erklärte Hechtl kurz und bündig ohne viel Nennung von Gründen seinen Abgang. SPÖ-Bezirksparteiobmann LAbg. Bgm. Rupert Dworak bestätigte gegenüber der NÖN die Abläufe, betont aber, dass noch nicht das letzte Wort gesprochen ist: „Wenn er das zur NÖN gesagt hat, dann nehme ich seine Lebensplanung zur Kenntnis, die endgültige Liste wird aber erst am 30. Mai per Beschluss im Bezirksparteivorstand fixiert.“

Rückkehr zu Job bei Arbeiterkammer

Dass künftig eine Frau nach dem Reißverschlussprinzip, zu dem sich ja die SPÖ auch statutenmäßig bekannt hat, an der Spitze der Neunkirchner SPÖ-Liste stehen wird, bestätigte Dworak ebenfalls. Hier hat er bereits eine klare Favoritin: „Grafenbachs Bürgermeisterin Sylvia Kögler hat gute Werte und die besten Chancen, aber ich will natürlich einem Beschluss nicht vorgreifen!“

Hechtl selbst ist froh, dass die Katze nun aus dem Sack ist: „Ich werde jetzt einmal meine wiedergewonnene Freizeit ein wenig genießen, denn natürlich habe ich meine Funktion sehr ernst und viele Termine wahrgenommen!“ Da er heuer seinen 60. Geburtstag feiert und die Pension noch in Ferne liegt, wird er in seinen Job bei der Arbeiterkammer zurückkehren.

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