Reichenau an der Rax

Erstellt am 30. August 2016, 05:36

von Tanja Barta

Nach Mietwucher Aus für Laientheater. Das Entsetzen ist groß. Die Laientheatergruppe Payerbach- Reichenau wird dieses Jahr nicht wie gewohnt im Theater auftreten.

Dieses Jahr kann die Theatergruppe Payerbach-Reichenau nicht im Reichenauer Theater spielen.  |  Tanja Barta

„Es ist einfach furchtbar schade“, heißt es geschlossen vom Vorstand des Theatervereins (Obmann Josef Brenner, Stv. Markus Halm). Schuld an dem Ausfall der diesjährigen Vorführungen ist eine Mieterhöhung für das Theater Reichenau. Diese hat sich vervierfacht und ist für die Theatergruppe daher nicht mehr tragbar.

Doch auch in den letzten Jahren hat die Laientheatergruppe tief in die Tasche greifen müssen, um überhaupt im Theater Reichenau spielen zu dürfen. „Bis jetzt haben wir pro Tag rund 1.100 Euro bezahlt“, lautet eine Stellungnahme des Vorstands. Nun hat sich die Summe gleich vervierfacht. „Das können wir uns einfach nicht mehr leisten“, so die Theatergruppe weiter. Entschieden über diese Mieterhöhung hat Festspiel-Chef Peter Loidolt. Dieser war jedoch weder schriftlich noch telefonisch für die NÖN erreichbar.

„Wir sind bitter enttäuscht, doch wir werden die Tür nicht komplett zuschlagen!“

Die Theatergruppe möchte weiterhin in Reichenau spielen.

„Wir sind bitter enttäuscht. Es ist vor allem schade für unsere Schauspieler, die ja nicht immer die Möglichkeit haben, auf einer professionellen Bühne spielen zu können“, zeigen sich die Verantwortlichen der Theatergruppe verärgert. Sie konnten Jahr für Jahr rund 1.500 Zuschauer aus Payerbach und Reichenau mit ihren Stücken ins Theater locken. „Wir haben immer ein Klientel angesprochen, dass sonst nie ins Theater gekommen wäre. Grund dafür waren auch unsere Eintrittspreise“, erklärt der Vorstand. Bis jetzt haben sie für eine Karte zwischen 8 und 10 Euro verlangt, jetzt müssten sie 40 Euro verlangen – und das wollen sie ihren Gästen nicht zumuten.

Dennoch will die Theatergruppe wieder das Gespräch mit Peter Loidolt suchen. „Wir wollen die Tür nicht komplett zuschlagen“, meint die Gruppe. Auch mit ÖVP-Bürgermeister Hans Ledolter, der immer Unterstützer der Theatergruppe war, wird es demnächst ein Gespräch geben. Der Ortschef selbst wollte sich zu dieser heiklen Causa jedoch nicht äußern.

„Wir hoffen, dass wir vielleicht im September noch mit Herrn Ledolter sprechen können. Aber für dieses Jahr ist die Saison sowieso schon für uns gestorben“, muss sich der Theaterverein Payerbach-Reichenau eingestehen. Falls es mit dem Festspiel-Chef zu keiner Einigung kommen soll, wird der Verein nicht aufgeben: „Wir werden natürlich einen anderen Ort suchen, an dem wir spielen können!“