Erstellt am 14. Dezember 2015, 08:12

Payerbach, Reichenau und Kirchberg ausgezeichnet. Im Landtagssitzungssaal des NÖ Landhauses wurden zahlreiche Gemeinden im Rahmen eines feierlichen Festaktes als neue Natur-im-Garten-Gemeinden ausgezeichnet.

 |  NOEN, NLK Filzwieser
Aus dem Bezirk Neunkirchen durfte Gemeinderätin Heidi Prüger für Payerbach, Bürgermeister Hans Ledolter für Reichenau und  Bürgermeister Willibald Fuchs für Kirchberg am Wechsel die wunderschönen Plaketten mit dem bekannten Igel- und Löwenzahnemblem entgegennehmen. 

Somit verpflichten sich die Gemeinden, im öffentlichen Grünraumbereich auf chemische Dünger, Pestizide / Herbizide und auf Torf zu verzichten.  Für die Unterzeichnung des Bekenntnisses, entsprechend der EU Bioverordnung und dem „Natur im Garten Gütesiegel“ auf Pestizide zu verzichten, durften sich 165 niederösterreichische Gemeinden, darunter die Gemeinde Payerbach, über eine Anerkennungsurkunde freuen. „Damit setzt die Gemeinde ein Zeichen für ökologisches Bewusstsein, den Schutz unserer Umwelt und die Erhaltung der Lebensgrundlage zukünftiger Generationen“, so Landeshauptmann-Stv. Wolfgang Sobotka.

Ausgesprochen informativ gestaltete sich das Veranstaltungsprogramm zum Festakt. Andreas Steinert von Natur-im-Garten referierte über Herausforderungen in der pestizidfreien Pflege. Der Prozess des Umdenkens habe bereits begonnen. Wertvolle Zeitressourcen werden frei, indem man „Mähen, Mähen, Mähen“ durch Blühflächen ersetzt und diese mit einem Schild „Für unsere Hummeln, Bienen, Schmetterlinge“ kennzeichnet.

Bäume stehen 2016 im Mittelpunkt

Dies wurde durch DI Gerhard Weber, Stadtgartendirektor in Baden, untermauert: „Grünflächen umstellen, extensivieren und dem Klima anpassen, anstatt zu gießen, gießen, gießen“  sei ein Gebot der Stunde. Baden ist stolz auf die nützlingsfreundliche Grünraumpflege, die das weltweit einzige Rosarium ohne Pestizide erst möglich macht und nicht zuletzt auf den Baumbestand, der sorgsam gepflegt wird. 

Im Übrigen werden die Bäume im Jahr 2016 zentrales Thema im Rahmen der Natur im Garten Bewegung sein, sind sie doch die kostbarsten Elemente der Gemeinde. Ein 100 Jahre alter Baum hat einen Wert von 150.000 Euro; er steigt pro Jahr um geschätzte 700 Euro in seinem Wert. Auch Friedhöfe als größte Hydrokulturfläche der Welt waren Thema, genau wie Möglichkeiten der ökologischen Rasenpflege auf Sportflächen.  

Abschließend wies Sobotka  auf die Bedeutung einer ökologischen Lebenshaltung als Teil unserer Kultur hin, was auch im Zusammenhang mit der Integration von Flüchtlingen ein ganz wichtiges Thema sein wird. Eines ist auf jeden Fall unerlässlich: die positive Bürgerbeteiligung an dieser landesweiten Bewegung, die internationale Beachtung findet. Wir sind stolz auf Niederösterreich und unsere Natur-im-Garten Gemeinden!