Erstellt am 26. April 2016, 05:34

von Tanja Barta

Wirbel um Baum. Ein über 100 Jahre alter Kastanienbaum mit einem Durchmesser von 4,5 Metern wurde ohne Ankündigung beschnitten.

Die Grüne Gemeinderätin Heidi Prüger hat keinen Grund gesehen, dass man den Kastanienbaum so stark zurückschneidet.  |  NOEN, Barta

„Ich wusste im Moment nicht, was ich tun soll“, so die Grüne Gemeinderätin Heidi Prüger. Grund für diese Ratlosigkeit war ein Kastanienbaum nahe dem Ausstellungshaus in Payerbach. Dieser wurde nämlich ohne Absprache mit dem Gemeinderat einfach abgeästet.

Auch in der Gemeinde Payerbach gibt es einen Baumkataster, in dem alle Bäume aufgelistet sind. „Da kann man dann ablesen, was man mit den Bäumen machen soll oder ob sie krank sind. Dieser Kastanienbaum war nicht krank“, erklärt Prüger den NÖN-Neunkirchen. Die Aufregung um diesen einzigartigen Baum in der Raxgemeinde ist umso größer, weil dieser laut Prüger rund 150 Jahre alt sein soll.
 

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„Ich bin damals mit einem Baumgutachter durch die Gemeinde gegangen und dieser hat gemeint, dass der Baum relativ geschützt hier steht“, erzählt die Grüne Gemeinderätin. Warum genau der Baum so beschnitten wurde, kann sie sich nicht erklären. Initiator dieser Aktion war ProPayerbach-Bürgermeister Eduard Rettenbacher höchstpersönlich. Aus seiner Sicht musste man etwas dagegen machen. „Die Äste sind schon heruntergefallen und haben die Fenster der Bewohner beschädigt“, begründet der Ortschef sein Vorgehen.

Für die Grüne Gemeinderätin ist dieser Grund nicht verständlich: „Ich kann nicht einfach einen so alten Baum, nur weil er Mist macht, so zurückschneiden!“ Prüger hat sich deshalb vorgenommen, dass sie so schnell wie möglich mit einem Baumpfleger die einzelnen Bäume begutachten wird.