Pitten

Erstellt am 01. Juli 2016, 05:44

von Tanja Barta

100-Jährige schmeißt Haushalt noch allein. Die älteste Pittenerin, Hilde Beisteiner, spricht über ihre Vergangenheit und zeigt, dass sie im hohen Alter noch immer fit ist.

Hilde Beisteiner hat alle Bilder aus vergangenen Zeiten sorgfältig in Alben gesammelt.  |  NOEN, Tanja Barta

Die Kaiserzeit, den Ersten und Zweiten Weltkrieg, die technische Revolution, die erste Mondlandung – all das hat Hilde Beisteiner erlebt. Obwohl sie bereits 100 Jahre alt ist, führt sie noch ein fast selbstständiges Leben. Mit den NÖN Neunkirchen sprach die 100-Jährige über ihre Erfahrungen und wie sie es geschafft hat, im hohen Alter eine fast faltenfreie Haut zu haben.


1916 kam Hilde Beisteiner zur Welt. Eine Zeit, in der noch Kaiser Franz Joseph über Österreich herrschte. Ihre Kindheit verbrachte sie bereits in Pitten. „Wir gingen früher viel zu Fuß“, so die 100-Jährige zu den NÖN. In die berufliche Laufbahn stieg sie dann als Schneiderin ein. „Da kam ich viel herum. Ich habe in verschiedenen Häusern genäht. Ich war sogar in der Schweiz“, erinnert sich die Pittenerin zurück. Genäht hat Beisteiner in den edelsten Häusern. „Ich nähte für Rechtsanwälte“, so Beisteiner weiter.

„Ich wollte für heute eine Roulade machen, aber sie ist mir zum ersten Mal in meine Leben zerfallen!“
Auch mit 100 Jahren wird im Hause Beisteiner gebacken.

 

Über die Kriegszeit redet die 100-Jährige nicht gern. Damals hat sie ihren ersten Mann verloren. „Das war damals eine Kriegshochzeit. Er ist dann einfach nicht mehr zurückgekommen“, erzählt die älteste Pittenerin.


Ein wenig später lernte sie dann ihren zweiten Mann kennen, mit dem sie dann einen Sohn bekam. Doch auch er verstarb sehr früh. Mit Sack und Pack zog Beisteiner von Wiener Neustadt wieder zurück nach Pitten, wo sie bis heute geblieben ist. „Ich baute dann bei dem Haus meiner Eltern dazu und verbrachte hier meine Zeit“, so die 100-Jährige.


Mittlerweile hat Beisteiner zwei Enkel- und zwei Urenkelkinder. Auch im hohen Alter ist die rüstige Dame umtriebig. „Es kommt jeden Tag jemand bei ihr vorbei und ist dann eine halbe Stunde oder Stunde hier“, so Traude Lukas vom Hilfswerks. Den Rest des Tages bewältigt die 100-Jährige im Alleingang. Bei Beisteiner wird jeden Tag frisch gekocht. Auch um die Wäsche kümmert sie sich höchst persönlich. Und falls jemand zu Besuch kommt, dann stellt sich die Pittenerin auch gern in die Küche, um einen Kuchen zu backen. „Ich wollte für heute eine Roulade machen, aber sie ist mir zum ersten Mal in meinem Leben zerfallen“, muss die 100-Jährige schmunzeln.