Erstellt am 01. Juni 2016, 05:55

von Tanja Barta

Eine neue Lernkultur. In der Buckligen Welt soll in den Schulen bald ein frischer Wind wehen. Man möchte ein neues Lernkonzept ausprobieren.

NMS-Direktor Hermann Haider, Pflichtschulinspektorin Christine Pollak, VS-Direktor Karl Kager, VS-Direktorin Susanne Schmidt, Vereinsobmann Fritz Trimmel, Elternvertreterin Burgi Mandl, Johann Ostermann, Josef Pürrer (beide Wirtschaftsregion) und NMS-Direktor Bernhard Brunner haben das neue Konzept, welches die Schulen freiwillig übernehmen können, ausgearbeitet.  |  NOEN, Foto: Tanja Barta

Das Gasthaus Unger in Pitten wurde ausgewählt, um ein Konzept zu präsentieren, dass das Lernen in den Schulen verändern sollen. Geladen hatte der Verein Bucklige Welt, der hinter dem Projekt „Bildung wächst“ steht.

Die Plattform für diese Vorhaben bieten die Wirtschafts- und Leader-Region. „Wenn ein Stein ins Rollen kommt, dann passiert immer viel“, so Josef Pürrer von der Wirtschaftsregion. Und dieser Stein ist in der Buckligen Welt nun wirklich ins Rollen gekommen. „Bildung war uns schon immer ein großes Anliegen und eines der vorherrschenden Themen“, so der Obmann des Buckligen Welt-Vereins, Fritz Trimmel.

Neues Konzept für den Unterricht

Vor einigen Monaten haben Direktoren und Lehrer eine ganz besondere Schule in Berlin besucht. „Hier erlernen die Kinder den Stoff teilweise selbstständig und können ihr eigenes Tempo beibehalten“, erzählt die Pflichtschulinspektorin Christine Pollak. Von diesem Konzept war man schlussendlich so begeistert, dass man es auch in der Buckligen Welt anbieten möchte. Wichtig ist bei dieser neuen Lernkultur, dass es keinen Frontalunterricht gibt. „Die Kinder sollen selbstständig und eigenverantwortlich Lernen“, so Volksschuldirektorin Susanne Schmid.

Gegenwind bei diesem Projekt gab es seitens der Eltern oder Lehrer nicht wirklich. „Sicher waren am Beginn einige Lehrer verunsichert. Doch das hat sich schnell geändert“, so Christine Pollak.

Wichtige Punkte im Lernkonzept:

• Kinder sind das oberste Gut unserer Gesellschaft: Die Jugend von heute wird die Zukunft gestalten und es ist daher überaus wichtig, wie die Bildung dieser Kinder gestaltet wird.

• Wertschätzende und respektvolle Begegnungskultur: Dieser Punkt betrifft nicht nur Schüler und Lehrer, sondern alle Menschen, die am schulischen Leben beteiligt sind. Nur so kann ein guter Unterricht funktionieren.

• Selbstständiger und eigenverantwortlicher Wissenserwerb: Dies soll in sogenannten Lernbüros mit Teilarbeitsplänen, Lernbausteinen und freien Lernphasen umgesetzt werden. So können die Kinder im eigenen Tempo lernen.

• Begeisterungskultur: Erklärungen sollen beispielsweise durch Erzählungen ersetzt werden. So können sich die Schüler den Stoff leichter merken und die Erzählungen machen dazu auch noch Spaß.

• Lob- und Feedbackkultur
Schulversammlungen oder Logbücher (hier werden alle Fortschritte der Schüler eingetragen) sollen diese Kultur fördern.

• Verantwortungsbewusstsein
Schüler sollen beispielsweise Patenschaften für Erstklässler übernehmen.

• Öffnung zur Außenwelt
Die Schule soll mit dem Leben der Kinder verbunden werden.