Erstellt am 21. Oktober 2015, 05:47

von Tanja Barta und Philipp Grabner

Disput um Fahrplan. Bei der Infoveranstaltung in Wiener Neustadt haben einige Pendler ihrem Zorn über die Fahrplanänderungen freien Lauf gelassen.

Der Vizepräsident der AKNÖ, Horst Pammer, Helmut Wolf, Dietmar Mayer (beide von den ÖBB) und Thomas Kronister sind teilweise in Erklärungsnot gekommen.  |  NOEN, Foto: Tanja Barta

„Dieser Zug wird dann ausfallen!“ Einen Satz, den die Pendler der Aspangbahn alles andere als gern hören. Sie müssen sich jetzt nämlich mit einem neuen Fahrplan, der im kommenden Jahr in Kraft treten wird, abfinden.

„Der Fahrplan ist schon zu 99 Prozent fix“, meint Helmut Wolf, der für den Personenverkehr bei den ÖBB zuständig ist. Die Pendler, die nun bei einer Infoveranstaltung erfahren haben, was sich genau beim neuen Fahrplan ändert, sind empört und haben das den ÖBB-Vertretern deutlich gezeigt.

„Wir werden hier einfach vor vollendete Tatsachen gestellt“, ärgert sich einer von vielen Pendlern. Zu ganz besonders viel Aufregung führte ein spezieller Zug. Die Verbindung von Wien nach Wiener Neustadt und in weiterer Folge nach Aspang wird es um 13.30 Uhr nicht mehr geben. „Die meisten hören am Freitag früher auf zu arbeiten und dann ist dieser Zug für uns perfekt“, legt einer der Pendler den Vortragenden nahe.

Politik hätte viel früher eingreifen müssen

Einen Ersatzzug für diesen Ausfall wird es nicht geben. „Es wird dann um 14.30 Uhr ein Zug fahren. Da bekommen Sie dann auch einen Sitzplatz“, kontert Helmut Wolf von den ÖBB. Damit konnte er die Anwesenden jedoch nicht besänftigen.

Aber nicht nur die Pendler steigen mittels Petition auf die Barrikaden. Auch die Politiker sind mit dem Fahrplan überhaupt nicht einverstanden (die NÖN berichteten). Doch laut dem ÖBB-Betriebsrat und Aspanger Gerhard Tauchner hätten diese mehr machen müssen: „Am meisten ärgern mich die Gemeindevertreter. Die wurden über den Fahrplan nämlich schon am 2. Juni informiert!“ Der Grimmensteiner ÖVP-Bürgermeister Engelbert Pichler meint jedoch: „Wir haben schon damals darauf hingewiesen, dass die Änderungen nicht ok sind. Doch dann haben die ÖBB den Fahrplan immer wieder umgeändert!“

Ändern kann man am Fahrplan ohnehin nichts mehr. „Es werden sicher einige auf PKW umsteigen“, ist sich ÖVP-Bürgermeisterin Michaela Walla aus Warth sicher.
Bei der Infoveranstaltung wurde jedoch ein Punkt fixiert: Wenn der Fahrplan 2017 festgelegt wird, sollen zuerst die Pendler gefragt werden, welche Züge man streichen könnte.

Meinungen zum Thema


„Der Fahrplan ist nicht in Stein gemeißelt. Es gibt immer Veränderungen.“
Vizepräsident der AKNÖ, Horst Pammer versucht, die Pendler etwas zu beruhigen.

„Ihr müsst aber auch einmal zugeben, dass ihr verkehrspolitisch versagt habt. Die Südstrecke ist komplett ausgelastet und das Geld wurde aber in die Westbahn gesteckt!“
Betriebsrat Gerhard Tauchner ist mit der Situation nicht zufrieden.

„Wir machen das nicht aus Willkür!“
Helmut Wolf (ÖBB-Personenverkehr) betont immer wieder, dass sie den Fahrplan verbessern wollen.

„Wenn wir so zufrieden wären mit den ÖBB, dann wären wir heute nicht hier!“
Ein aufgeregter Pendler zu den Vortragenden.

„Na, do kau i gleich mitm Radl foan!“
Pendler Manfred Danter, nachdem er hörte, dass der 13.30 Uhr-Zug am Freitag ausfallen wird.

„Ich kann jetzt eineinhalb Stunden warten!“
Eine verärgerte Pendlerin.