Erstellt am 14. Juni 2016, 05:25

von Christian Feigl

Section Control: BH stöhnt unter A2-Strafflut. In den ersten vier Wochen gab es im Baustellenbereich 10.000 Anzeigen wegen Geschwindigkeitsübertretungen. Behörde ist bei Bearbeitung an Grenzen angelangt.

Lässt die Kasse klingeln, die neue Section Control auf der A2.  |  NOEN, ASFINAG

10.000 Anzeigen in vier Wochen oder hochgerechnet mehr als 330 Geschwindigkeitsübertretungen pro Tag – das ist die mehr als eindrucksvolle Bilanz der Section Control im Bereich der Baustelle auf der Südautobahn zwischen Wr. Neustadt und Neunkirchen.

Zahlen und Strafverfügungen, die nicht nur bei den betroffenen Verkehrssündern bleibenden Eindruck, sondern auch bei der Behörde für Stöhnen sorgen: „Wir wissen im Moment nicht, wie wir das administrativ bewältigen sollen“, ist etwa Frau Bezirkshauptmann Alexandra Grabner-Fritz gar nicht gut auf die eingeführte Überwachungstätigkeit zu sprechen.

„Zur der unglaublich hohen administrativen Mehrbelastung kommen natürlich auch immer wieder Telefonate mit Betroffenen, die uns aufgrund der Strafe nicht gerade freundlich gesinnt sind“, plaudert sie aus dem Alltag und nimmt ihre Mitarbeiter in Schutz. Zum Vergleich: Mit den Strafen der Section-Control verdoppeln sich die bisherigen Amtshandlungen dieser Art bei der Bezirkshauptmannschaft.

500.000 Euro pro Monat

Grabner-Fritz ortet deshalb dringenden Handlungsbedarf: „Wir wissen noch nicht, welche Lösung es geben wird, aber klar ist, dass etwas passieren muss. Denn in dieser Art kann es nicht weitergehen. Das ist nicht bewältigbar!“ Als Alternativen gebe es mehrere Möglichkeiten: Die Baustelle verkürzen, auf die Section Control besser aufmerksam machen oder diese nicht 24 Stunden am Tag, sondern nur zu Stoßzeiten zu betreiben.

Die ASFINAG, die sich alleine in einer Baustellenrichtung über ein Körbergeld von mehr als 500.000 Euro pro Monat freuen darf, kümmert das wenig: „Die Überwachung der angeordneten Geschwindigkeitsbeschränkung wurde von der Behörde verordnet und wird von der Exekutive durchgeführt. Wir haben darauf keinen Einfluss und stellt lediglich die technische Ausrüstung zu Verfügung. Aufgrund der vorhandenen Spurbreiten wurde eine Beschränkung mit 80km/hverordnet.

Offensichtlich ist die mangelnde Akzeptanz für die verordnete Beschränkung insbesondere in Fahrtrichtung Süden der Verkehrsführung mit drei Fahrspuren und zusätzlichem Pannenstreifen geschuldet. ?Die geringe Anzahl an Unfällen zeigt die sicherheitserhöhende Wirkung dieser Anlage.“