Neunkirchen

Erstellt am 19. Juli 2016, 05:36

von Tina Jedlicka

Vor Flitterwochen mit Eisenstange verprügelt. 27-Jähriger prügelte mit Eisenstange wahllos auf Autos und Leute ein, am Schlimmsten erwischte es ein Paar vor der Hochzeit.

Trotz des schrecklichen Vorfalls konnte das Paar letztlich die geplanten Karibik-Flitterwochen antreten.  |  NOEN, Shutterstock/Valentin Valkov

Ein Paar aus Neunkirchen plante am 17. April seine Abreise in die Karibik, um dort zu heiraten und romantische Flitterwochen zu verbringen. Einen Tag davor waren sie noch am Neunkirchner Hauptplatz, um letzte Besorgungen zu erledigen und waren somit, wie der Richter später zu ihnen sagte, „zur falschen Zeit am falschen Ort“.

Ein 27-jähriger iranischer Asylwerber schlug mit dem Eisenteil eines Sessels zunächst auf Verkehrsschilder, später auf Autos ein. Der Fahrer fuhr weiter und verständigte die Polizei. Der Angreifer gab noch immer keine Ruhe, sondern schlug auf das nächste Auto ein. In diesem befand sich das baldige Brautpaar. Der Bräutigam stieg aus und wurde vom 27-Jährigen verprügelt, als ihm seine Verlobte, die am Beifahrersitz war, zu Hilfe eilte, schlug er auch auf diese ein. Wie sich herausstellte, leidet der Mann an einer paranoiden Schizophrenie.

Am Dienstag wurde er von einem Schöffensenat am Landesgericht in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Schon bei seiner Einvernahme zeigte sich, dass der Mann sichtlich verwirrt ist. „Sie wurden 1989 geboren?“ fragte der Richter etwa nach. Der Angeklagte schüttelte den Kopf und antwortete: „1998“.

„Ich hatte Todesangst um meinen Mann“

Sachverständiger Manfred Walzl erklärte bei der Verhandlung, dass der Angeklagte Stimmen höre und manchmal Dinge sehe, die es nicht gibt: „So hat er mir etwa erzählt, dass ihm Jesus erscheint, was ihn persönlich sehr wundert, weil er Moslem ist. Die Stimmen, die er hört, würden ihm regelmäßig Handlungen befehlen. Da er nicht einsichtig ist, dass er an einer Krankheit leidet, kann er keinesfalls ambulant behandelt werden.“

Die Opfer können den Vorfall nicht so schnell vergessen. „Ich hatte Todesangst um meinen Mann“, berichtete die Frau. Der Angeklagte habe auf ihn eingeschlagen. „Ich habe Albträume, kann den Platz nicht mehr betreten. So wie ich den Mann gesehen habe, habe ich mir gedacht, der will jetzt wen umbringen. Einfach so. Gottseidank hat jemand die Polizei verständigt! Wir haben unsere Reise in die Karibik trotzdem angetreten und geheiratet“, so die Frau weiter.

Das Paar bekommt den Schaden am Auto, laut seinen Angaben rund 5.000 Euro, nicht ersetzt, da der Angeklagte nicht schuldfähig ist. „So wirkt der Krieg halt bis zu uns. Es ist schrecklich, was der Mann wahrscheinlich in den letzten Jahren erlebt hat. Es zeigt aber, dass man Asylwerber hier speziell betreuen muss, damit sie wieder gesund werden“, zeigte sich der Mann versöhnlich.