Erstellt am 07. Juni 2016, 04:05

von Christian Feigl und Philipp Grabner

Puchberg baut sein Tourismuskonzept um. Liftbetrieb in Losenheim bleibt, soll aber auf einem Konzept aufbauen: Mattenskilauf und Ganzjahrestourismus im Zentrum.

Puchberg  |  NOEN, Archiv
Diese Woche ist eine entscheidende, was die touristische Zukunft Puchbergs vor allem als Winterdestination betrifft: Es soll künftig hier kein Stein am anderen bleiben. Eine völlige Neuausrichtung des touristischen Konzepts ist in Planung.

Freilich, von den Verantwortlichen wollte sich bis Redaktionsschluss noch niemand zu weit aus dem Fenster lehnen, aber bei einer Informationsveranstaltung am Mittwoch sollen im Forellenhof die Ideen vorgestellt und diskutiert sowie in einer Pressekonferenz am Freitag präsentiert werden.

Konkret betroffen von der Neuausrichtung ist das Skigebiet in Losenheim. „Die Wetterkapriolen, die immer wieder Probleme machen, sind der Grund dafür. Zugesperrt werden die Lifte, wie auch schon kolportiert wurde, aber mit Sicherheit nicht“ so ein Insider im Gespräch mit der NÖN Neunkirchen.

Schwerpunkte für den Sommertourismus

Dennoch soll es Pläne geben, sich vom Skibetrieb im herkömmlichen Sinn zu verabschieden: Das würde ein Ende der künstlichen Beschneiung bedeuten, der Naturschnee in Kombination mit Mattenskilauf soll dabei künftig im Mittelpunkt stehen, auch das Salamander-Skigebiet für Kinder ähnlich wie in St. Corona aufgewertet werden. Parallel dazu könnten weitere Schwerpunkte für den Sommertourismus im Bereich des Bergwanderns verbunden mit neuen Attraktionen gesetzt werden.

Offiziell möchte sich niemand zu weit aus dem Fenster lehnen: „Gerüchte kommentieren wir generell nicht. Der Betrieb in Losenheim ist für die NÖVOG ein wichtiger Teil des Unternehmens und wird es auch in Zukunft bleiben“, heißt es in der Stellungnahme der Niederösterreichische Verkehrsorganisationsgesellschaft m.b.H.



Und auch Martin Wanzenböck, Obmann des Tourismusvereins Puchberg am Schneeberg, gibt sich bedeckt: „In Rücksichtnahme auf die Gesellschafter, die Betriebe und den Gemeinderat, darunter Bürgermeister und Vizebürgermeister, möchte ich das vorerst nicht kommentieren. Wir warten diese Sitzung ab, in der die Gesellschafter und der Gemeinderat eingeladen sind, hier wird ausreichend über das Projekt informiert!“

Puchbergs SPÖ-Bürgermeister Michael Knabl schickt voraus, dass er hinter Geschäftsführer Stindl und den getroffenen Entscheidungen steht: „Aber schweren Herzens, andererseits: Es muss sich etwas ändern, und wenn wir alle an einem Strang ziehen, kann das funktionieren“, meint der Ortschef. „Immer wieder wurde versucht, Losenheim auf eine gute wirtschaftliche Basis zu stellen. Leider sagen die Prognosen der Wetterexperten voraus, dass es auch in Zukunft sehr unsicher und zu teuer wird!“ Knabl wartet nun gespannt die Info-Veranstaltung ab.
Seitens des Landes verwies man diesbezüglich auf eine geplante Pressekonferenz.