Erstellt am 26. April 2016, 05:44

von Tina Jedlicka

Froschbande angeklagt. Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt hat Anklage gegen neun Rumänen erhoben, die Pensionistin im Schlaf ausgeraubt und brutal misshandelt haben sollen.

Eines der Opfer: Martha Postl  |  NOEN, Foto: Archiv

Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt hat Anklage gegen die sogenannte „Froschbande“ erhoben. Eine Bande, die wegen ihrer exzessiven Gewaltausübung bei Raubüberfällen und Einbrüchen in Deutschland, Österreich und der Schweiz Schlagzeilen gemacht hat. Eines der Opfer ist in Puchberg zuhause: Marta Postl.

Die Rumänen sollen hauptsächlich Senioren ausgesucht haben, um diese in deren Häusern in der Nacht heimzusuchen und auszurauben. Neun rumänische Staatsbürger müssen sich demnächst, sobald ein Prozesstermin gefunden wird, am Landesgericht Wiener Neustadt wegen mehrerer brutaler Raubüberfälle und Einbruchsdiebstähle verantworten.

Verlust für Pensionistin enorm

Ein bayrisches Pensionisten-Paar soll von den Männern überfallen worden sein. Der Mann starb an den Folgen der Misshandlungen. Seine Frau musste zwei Tage in der Abstellkammer eingesperrt neben der Leiche ihres Mannes verharren. In Puchberg am Schneeberg soll Marta Postl von den Männern heimgesucht worden sein. Die allein stehende Pensionistin soll in der Nacht den ungebetenen Besuch bekommen haben.

Die Männer dürften durch das Fenster in ihr Haus geklettert sein. Die Angeklagten sollen die Frau geschlagen und ihr ein Messer angehalten haben, um herauszufinden, wo sie ihre Wertgegenstände versteckt hält.

Die Puchbergerin Martha Postl täuschte einen epileptischen Anfall vor, um den Klauen der Männer zu entrinnen, wie sie später erzählte. Die Beute fiel für die Täter eher bescheiden aus. Für die Pensionistin war der Verlust jedoch enorm. So nahmen die Einbrecher den Ehering ihres verstorbenen Gatten sowie Modeschmuck und einen geringen Bargeldbetrag mit.

„Es kommt mir immer wieder in den Kopf“

Zitternde Hände, Schlafstörungen, Panikattacken, Isolation. Unter posttraumatischen Folgen leiden viele Opfer von Gewaltverbrechen. „Es kommt mir einfach immer in den Kopf“, erzählte die Puchbergerin Martha Postl nach dem Raubüberfall in ihr Haus in Puchberg.

„Einer hat einfach zugeschlagen“, erinnerte sich die Frau nach dem Vorfall. Martha Postl hat jetzt eine Alarmanlage und einen Wachhund. Die Fenster sind vergittert. Und sie schreibt sich Kennzeichen fremder Autos nahe ihres Hauses auf: „Man wird vorsichtiger!“ Auch der Bezirk Baden blieb nicht verschont: In Alland sollen die Rumänen über eine Terrassentüre in ein Einfamilienhaus eingebrochen haben.

Das Ehepaar, das in dem Haus wohnt, soll ebenfalls Opfer der Gewalt der Rumänen geworden sein. Mit heftigen Fußtritten sollen sie dem Opfer neben anderen Verletzungen auch einen Kieferbruch zugefügt haben. Mehrere tausend Euro soll die Diebesbeute betragen haben. Die Polizei arbeitete auf Hochtouren und konnte die Täter schnappen. Bei ihrem Prozess am Landesgericht Wiener Neustadt droht ihnen eine Strafe von bis zu 15 Jahren.