Raach am Hochgebirge

Erstellt am 14. Juni 2017, 05:00

von Gerhard Brandtner

Ärger am Friedhof über unangekündigte Sanierung. Einige Friedhofsbesucher ärgerten sich darüber, dass Grabstellen ohne Verständigung der Grabbesitzer saniert wurden.

Das wollte man in Raach verhindern – Grabsteine sollten nicht umstürzen.  |  privat

Ein Besuch am Friedhof brachte für viele Raacher kürzlich eine böse Überraschung mit sich. Zahlreiche Grabsteine lagen am Boden.

"Dachten an Vandalenakt"

„Wir dachten zuerst an einen Vandalenakt“, erinnert sich eine Betroffene gegenüber der NÖN und weiter: „Es war ein echter Schock.“ Beim zweiten Blick sah man jedoch, dass unter die Grabsteine Hölzer gelegt worden waren. Also nahm man an, dass es sich um eine bewusste Aktion gehandelt hat. „Es wurde aber niemand verständigt“, zeigt sich eine Dame empört. „Auch das Grab der Eltern war betroffen. Der Grabstein war aber ganz sicher nicht locker und es war keine Gefahr im Verzug gegeben“, ist sich eine andere Familie sicher.

Der allgemeine Tenor der Betroffenen gegenüber der NÖN ging ganz klar in die Richtung, dass man sich im Vorfeld eine Information erwartet hätte, sollten Arbeiten notwendig geworden sein.

16 Gräber saniert

Der idyllisch im Wald gelegene Friedhof wird von der Gemeinde Raach verwaltet. Die Aufregung kann ÖVP-Bürgermeister Rupert Dominik nicht ganz nachvollziehen. „Eine Mutter kam auf die Gemeinde und meldete, dass einige Grabsteine extrem wackeln. Vor einigen Jahren wurde in Niederösterreich ein Mädchen von einem umgestürzten Grabstein erschlagen“, erklärt das Gemeindeoberhaupt und weiter: „Mit diesem Wissen habe ich angeordnet, bei Gefahr in Verzug Maßnahmen zu treffen.“

Von der Gemeinde wurden 16 Gräber saniert, dabei großteils jedoch nur Grabsteinaufsätze abgehoben. Dominik: „Der Großteil der Betroffenen hat sich für die Vorsichtsmaßnahmen bedankt. Die Gemeinde hat umgehend ein Unternehmen beauftragt, die schafhaften Grabsteine zu dokumentieren und nach dem Stand der heutigen Befestigungstechnik instandzusetzen“, erklärt Dominik die Vorgehensweise.