Erstellt am 12. Januar 2016, 05:43

von Christian Feigl

Schmerz-Grenze erreicht. Erstmals seit langem wurde bei den Arbeitslosenzahlen die 4.000er-Grenze übersprungen: 4.146 Menschen sind arbeitslos gemeldet, das ist ein Anstieg von 6 Prozent!

 |  NOEN, Bischof

Gar nicht gut beginnt das Neue Jahr, zumindest was den Arbeitsmarkt betrifft: Erstmals seit Jahren wurde die magische Zahl von 4.000 bei den Arbeitslosen übersprungen: So waren Ende Dezember insgesamt 4.146 Menschen arbeitssuchend gemeldet. Das sind um 234 Menschen bzw. um 6 Prozent mehr als 2014.

„Die Arbeitslosigkeit von Arbeitssuchenden mit ausländischer Staatsbürgerschaft stieg um 51 oder 7,5 Prozent auf insgesamt 730 Personen. Bei Menschen ab 50 Jahren stieg die Zahl um 105 oder um 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf insgesamt 1.267 Personen“, geht der Bezirkschef des Arbeitsmarktservice (AMS) Walter Jeitler ins Detail.

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Auch die Männerarbeitslosigkeit stieg im Dezember 2015 mit plus 168 oder 7,5 Prozent deutlich mehr als die Frauenarbeitslosigkeit mit plus 66 oder 4,3 Prozent gegenüber 2015.
53 Jugendliche suchten im Dezember eine Lehre, das sind um 2 Lehrstellensuchende oder um 3,9 Prozent mehr gegenüber dem Vorjahr. Zumindest bei den offenen Lehrstellen gab es 15, das ist ein Plus von 11 Stellen oder 275 Prozent. Die Arbeitslosigkeit der Jugend (bis 24 Jahre) stieg um 26 Personen, das sind 5,4 Prozent auf insgesamt 508 vorgemerkte Personen. Mit 163 gemeldeten offenen Stellen liegt das Stellenangebot um 23 Stellen oder um 16,4 Prozent.

„„Von einer entspannten Lage sind wir leider sehr weit weg.“
AK-Bezirksstellenleiter Gerhard Windbichler.

„Der Druck am Arbeitsmarkt bleibt aufgrund der gedämpften konjunkturellen Entwicklung auch 2016 aufrecht. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für 2016/2017 soll sich jedoch aufgrund der stimulierenden Effekte der ab 2016 gültigen Steuerreform und den durch den Flüchtlingsstrom hervorgerufenen direkten und indirekten konsumtiven Sondereffekten im Jahr 2016 auf 1,5 und im Jahr 2017 auf 1,4 Prozent leicht verbessern,“ zitiert Jeitler aus dem aktuellen Konjunkturbericht.

Auch Arbeiterkammer-Bezirksstellenleiter Gerhard Windbichler blickt mit Besorgnis auf die aktuelle Entwicklung: „Von einer entspannten Lage sind wir leider sehr weit weg. Im Gegenteil: Aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage und der Weltwirtschaft ist die Situation sehr angespannt.“ Prognosen über eine Besserung seien nur schwer möglich: „Allerdings hoffe ich, dass durch die Steuerreform jetzt doch wieder die Wirtschaft angekurbelt wird und dadurch auch Arbeitsplätze geschaffen werden!“, so Windbichler.