Erstellt am 12. Mai 2016, 08:14

von Clemens Thavonat

Ein Leben mit „Maske“. Mit der Kunst ihrer Hände vermittelt Karoline Gotsch Illusionen. Sie ist eine gefragte Maskenbildnerin, arbeitet für TV, Bühne, Festivals aber auch für dich und mich.

Karoline Gotsch mit Opern- und Operettenstar sowie Solokünstler Rolando Villazon, mit dem sie eine berufliche Freundschaft verbindet.  |  NOEN, Foto: Gotsch

Was wäre die glamouröse Welt der Bühne, des Fernsehens und des Films ohne die Teams im Hintergrund? Nahezu unbemerkt agieren da Menschen, ohne deren Zutun es weder Hollywoodstars noch solche auf Theater- und Opernbühnen gäbe.

Einer dieser Menschen ist Karoline Gotsch, begnadete Künstlerin ihres Faches, wohnhaft in einer kleinen Schneeberglandgemeinde im Bezirk. Sie weckt Eindrücke, bietet Illusionen und lässt das Publikum in eine vorgegaukelte, realistisch anmutende Welt des Schauspieles eintauchen. Karoline Gotsch ist Maskenbildnerin. Sie arbeitet sowohl für TV-Produktionen, wie „Soko Donau“, „2 Minuten, 2 Millionen“, „Bist du deppert“, „Wir sind Kaiser“ und mehr als auch an vielen Theatern und Festspielhäusern.

Der Anfang war für die Künstlerin ihres Faches zwar nicht einfach, doch zeigte sich, dass Qualität und Liebe zum Beruf sich stets durchsetzen. In vielen Breichen der „Maske“ ist Karoline Gotsch höchst gefragt, hat vom Krimi-Einsatz mit Schussverletzungen, Verbrennungen, abgetrennten Armen und Beinen bis hin zu Galas mit Make-up, Theater-Maske, Kabarett und Musikproduktionen schon jede Form von Illusion vermittelt. Ihr ist dieser Beruf derart ans Herz gewachsen, dass sie selbst zugibt, er sei untrennbar mit ihr als Person verbunden – ein Beruf als leben oder ein Leben als Berufung.

NÖN: Haben Sie auch schon mit prominenten Darstellern zu tun gehabt?
Karoline Gotsch: Natürlich, zu meinen Klienten zählen etwa Uwe Kröger, Peter Kraus, Brooke Shields und Robert Palfrader ebenso, wie Rolando Villazon, Cornelius Obonja, Erwin Steinhauer, Elfriede Ott, Fritz Karl, Gregor Seberg, Harald Krasnitzer oder Nicholas Ofczarek.

Und welche Institutionen haben Sie bisher abseits der TV-Studios mit Ihrer Arbeit unterstützt?
Tourneen gehören, wie die von Peter Kraus, ebenso zu meinem Aufgabenbereich, wie Shows in der Wiener Stadthalle, der Eurovisions-Song-Contest, die Romy-Gala, Musical-Produktionen oder etwa der Kiddy-Contest

Geht es auch ein Stück kleiner? Haben Sie auch für Otto Normalverbraucher Angebote?
Aber ja, ein weiterer Aspekt meiner Arbeit sind natürlich auch private Ausstattungen und Masken, wie etwa Braut-Make-up und -Frisuren, Kleintheater-Make-up oder Halloween-Maskierungen. Wer meine Unterstützung braucht, kann mich ja kontaktieren.

Besteht in dieser Glitzerwelt nicht die Gefahr, abzuheben?
Das ist zwar oft tatsächlich so, aber ganz sicher nicht bei mir. Ich bin fest geerdet, lebe hier im Süden des Landes ein völlig normales Leben, habe eine Familie mit Tochter und freue mich wahnsinnig über Freunde und viele soziale Kontakte.

Haben Sie diesen Beruf eigentlich immer schon angestrebt und ausgeübt?
Aber nein. Geboren und aufgewachsen bin ich ja in Wiener Neustadt. Die Liebe hat mich dann jedoch nach Wien verschlagen, wo die Familie meines Mannes ein großes Dachdecker-Unternehmen führte. Da war ich für den kaufmännischen Bereich zuständig. Meine Berufung entdeckte ich viel später, machte eine Ausbildung und schloss diese erst im Jahr 2005 ab. Dann begann eine wahre Durststrecke mit Gratis-Arbeit, bevor erste bezahlte Aufträge herein flatterten.