Erstellt am 12. April 2016, 05:34

von Andreas Fussi

Schoeller-Bleckmann führt Kurzarbeit ein. Aufgrund des niedrigen Auftragsstandes arbeiten Mitarbeiter am Stammsitz in Ternitz kurz. Keine Kündigungswelle.

Gerald Grohmann, Vorstandsvorsitzender: »Ich gehe davon aus, dass die Talsohle noch nicht erreicht ist.«  |  NOEN, Christian Jungwirth/Schoeller-Bleckmann

Wie bekannt wurde, hat der Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann am Stammsitz in Ternitz seit Februar wieder mit Kurzarbeit begonnen. Das hat Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzender Gerald Grohmann in einem Interview im WirtschaftsBlatt bestätigt.

Hintergrund sind die weiterhin niedrigen Rohölpreise und die damit verbundene schwache Auftragslage. Eine Diskrepanz mit der vorigen Woche abgewickelten Großinvestition in den USA im Bohrloch-Bereich, die NÖN berichtete, sieht er nicht. „Das sind zwei Paar Schuhe“, erläutert Grohmann gegenüber der NÖN (siehe Seite 4). Für 103 Millionen Dollar (90,5 Millionen Euro) erwarb SBO 68 Prozent am texanischen Ölfeld-Service-Unternehmen „Downhole Technology LLC“.

Die in Ternitz beschäftigten Mitarbeiter hätten „hohes Verständnis für unser Geschäft“, so Grohmann. „Sie wissen, dass bei einem Ölpreis unter 40 US Dollar unsere Kunden viel weniger bestellen.“ Mit der Kurzarbeit könnten die Beschäftigten gehalten werden. Grohmann: „Wir haben die Mitarbeiterzahl in den ersten Monaten des Jahres noch etwas reduziert. In der Größenordnung, in der wir 2015 Mitarbeiter abgebaut haben, wird es aber 2016 nicht weitergehen.“ Ende 2014 betrug der Mitarbeiterstand in Ternitz noch 451, Anfang des Jahres 2016 waren es nur mehr 376.

Weitere Großinvestitionen seien für heuer nicht mehr vorgesehen. Grohmann: „Wir beschränken uns derzeit auf Erhaltungsinvestitionen.“