Erstellt am 19. November 2015, 06:13

von Gerhard Brandtner

Schon 80 Meter im Berg. In der linken Tunnelröhre ist man bereits rund 80 Meter im Berginneren, in der zweiten Röhre etwa 30 Meter. Auflagen werden ständig überprüft, Grenzwerte eingehalten.

 |  NOEN, zVg

Schweres Baugerät zieht auf der Portalbaustelle des Semmeringbasis-Tunnels seine Runden. Rund um die Uhr wird im Drei-Schichtbetrieb gearbeitet. „Und wir sind mit dem Vortrieb sehr zufrieden“, erklärt Projektleiter Gerhard Gobiet.

In der linken Tunnelröhre ist man aktuell rund 80 Meter im Berg, in der zweiten Röhre rund 30 Meter. Aufgrund der Geologie des Berges geht man von Gloggnitz aus zyklisch in den Berg. Bei diesem Vortrieb, auch „neue österreichische Tunnelbaumethode“ genannt, wird das Material durch Sprengen ausgebrochen. Und das spürt beziehungsweise hört man natürlich auch. „Aber nicht mehr lange“, wie Gobiet weiß. Ist man tiefer im Berg und gibt es den ersten Verbindungsstollen, sollten sich die Beeinträchtigung erledigt haben.

„Alle Auflagen werden ständig überprüft, die Grenzwerte eingehalten“, betont auch Johannes Lackner von der Bauaufsicht. Der Salzburger, Mitarbeiter der Firma Laabmayr, war schon bei Projekten in London und Singapore im Einsatz. Für eine Sprengung muss man an die 80 Sprenglöcher bohren. Je nach Beschaffenheit werden zwischen 40 und 90 Kilogramm Sprengstoff verwendet. Der „Abschlag“, wie der Vortrieb in der Bergmannssprache bezeichnet wird, beträgt 1,3 Meter. Aktuell wird nur in der linken Gleisröhre gesprengt, wenn dann die Vorarbeiten im anderen Tunnel auch so weit sind, muss man mit fünf bis sechs Sprengungen rechnen.

Bau geht mit großen Schritten vorran

Aktuell erfolgt der Abbau mit Kippern und Baggern, wenn man weiter im Berg ist, wird das Material mit Förderbändern in das Freie gebracht. Derzeit wird das Verladegleis fertiggemacht, die Lärmschutzwand steht bereit. Die Verbringung des Gesteines obliegt der Baufirma. „Wir rechnen dann mit einem ganzen Zug pro Tag“, so Johann Lackner. Dies entspricht 18 Waggon oder rund 500 Kubikmeter Gestein. Auf der Baustelle arbeiten rund 125 Personen, im Vollbetrieb wird die Anzahl auf rund 300 Mitarbeiter steigen. Gearbeitet wird rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. „Es läuft alles nach Plan, wir können stolz sein“, freut sich Gobiet.

Gut angenommen wird auch die Info-Welt „Semmering Basistunnel“ bei der Wolfsschlucht. Dort kann man die Dimensionen des Projektes hautnah erleben. Bei freien Eintritt ist täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet. „Bis jetzt konnten wir schon mehr als 2.000 Besucher verzeichnen, die Infobox wird gut angenommen“, weiß ÖBB-Pressesprecher Christopfer Seif.