Erstellt am 25. November 2015, 12:38

von APA Red

Sechs Brandstiftungen: 18 Monate bedingt. Ein 24-Jähriger ist am Mittwoch am Landesgericht Wiener Neustadt wegen sechsfacher Brandstiftung zu 18 Monaten bedingter Haft verurteilt worden.

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Der Mann hat das Urteil angenommen, das noch nicht rechtskräftig ist. Die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab.

"Mitten im Sommer, bei größter Hitze und Trockenheit" (Richterin) hatte der gelernte Fliesenleger an nur drei Tagen (1., 2. und 4. Juli 2015) in mehreren Waldstücken im Bezirk Neunkirchen fünfmal Feuer gelegt.

"Wollte als Erster beim Löschen sein"

Auch im Jänner hatte er schon einmal zugeschlagen, aber da war die Gefahr aufgrund der Witterung logischer Weise nicht sehr groß. Im Juli dagegen entwickelte sich, so die Anklage, ein "gewaltiges Brandgeschehen."

Der Beschuldigte handelte stets auf die gleiche Weise: Er türmte Reisig auf, zündete es an, ging ins Gasthaus und wartete bei einem Glas Bier auf den Alarm. Denn, das erfuhr man Mittwoch im Prozess, der Angeklagte war selber bei der Feuerwehr.

"Ich wollte positive Aufmerksamkeit, wollte als Erster beim Löschen sein", so der 24-Jährige über sein Motiv. Auslöser für alles sei Mobbing an seinem Arbeitsplatz gewesen.

Der Mann legte ein reumütiges Geständnis ab, hat den Waldbesitzern deren Schaden bereits gutgemacht. Er nahm auch die gerichtliche Weisung an, sich Psychotherapie zu unterziehen und Bewährungshilfe zu akzeptieren. Bei der Feuerwehr ist er übrigens nicht mehr, seinen Job hat er ebenfalls gekündigt.