Erstellt am 26. Januar 2016, 05:53

von Andreas Fussi

Ternitz: Rund 800 Gäste bei Gedenken an Julia. Große Anteilnahme bei Gedenkmesse für Julia Waitzbauer gibt ihrer Mutter Kraft. Spendenaktion für Waisenkinder.

Julia Waitzbauer mit Waisenkind in Südindien, wofür eine Spendenaktion ins Leben geführt wurde: IBAN: AT953286500000005009 bei der Raiffeisenbank.  |  NOEN, Picasa

Am Donnerstag nahmen rund 800 Gäste in der Stadtpfarrkirche Neunkirchen Abschied von Julia Waitzbauer, die am 2. Jänner am Schneeberg verunglückt ist. „Diese große Anteilnahme gibt mir sehr viel Kraft“, schildert Julias Mutter Trude Waitzbauer, ÖVP-Gemeinderätin aus Ternitz.

Vor und nach der Gedenkmesse kondolierten die Trauergäste über eineinhalb Stunden. Gestärkt durch diese Anteilnahme schaffte es Trude Waitzbauer auch, ein paar Worte an die Trauergemeinde zu richten. Sie bedankte sich bei allen fürs Kommen – „der Schmerz wird kleiner, wenn man ihn mit vielen teilen kann“. Man müsse nicht verzweifeln, wenn ein geliebter Mensch verloren geht, denn „es kommt alles tausendfach zurück“. Ein „Gegrüßet seist Du Maria“ war der Abschluss. Einfühlsame Worte kamen auch von Neunkirchens Pfarrer Bernhard Springer.

Niemand kann Fehltritt erklären

Trude Waitzbauer ist vom plötzlichen Tod ihres einzigen Kindes noch sehr getroffen. Sie macht sich Vorwürfe, ihre Tochter zum Wandern gebracht zu haben. Denn Auslöser für Julias Natur-Ausflüge waren die Vorbereitungen für den Jakobsweg vor zwei Jahren. Zuletzt hatte Julia rund 50 Bergtouren unternommen. „Sie war so trittsicher.“ Niemand kann sich daher ihren Fehltritt am 2. Jänner erklären, das Wetter war gut, ebenso die Bedingungen.

Anstelle von Blumenschmuck bittet die Familie, für das Waisenhaus in Gandhigram in Südindien zu spenden, wo Julia vor ihrer Ausbildung als Krankenpflegerin und ihrer Arbeit am LKH Wr. Neustadt als Anästhesie-Schwester ihren freiwilligen Sozialdienst geleistet hat. „Wir verbürgen uns, dass jeder Cent ankommt.“

Ihr Vater Franz Waitzbauer, der sich einige Male von ihrer „aufopferungsvollen und herausfordernden Arbeit“ überzeugen konnte, will das Geld persönlich überbringen. Neben Indien war sie für Waisenkinder in Kambodscha und der Mongolei im Einsatz. Diese Erlebnisse prägten Julias Leben, vor allem in Bezug auf die Wertschätzung von Lebensmittel. „Sie hat nie mehr Essen wegschmeißen können“, erzählt Trude Waitzbauer.