Ternitz

Erstellt am 05. Juli 2016, 05:34

von Christian Feigl

Stadt schließt ihre Sauna. Weil der Abgang immer höher wird und eine Sanierung nicht zu finanzieren wäre, haben die Stadtverantwortlichen den Betrieb mit 1. Juli eingestellt.

Mit 1. Juli schloss überraschenderweise die Ternitzer Sauna ihre Pforten.  |  Christian Feigl

Die plötzliche Schließung der Sauna mit 1. Juli, beschert Ternitz hitzige Debatten: Bei den Saisonkartenbesitzern ist der Ärger groß. Über die Tatsache der Schließung und wie diese kolportiert wurde.

„Wir waren am 28. Juni in der Sauna, als wir plötzlich einen Zettel mit der Schließung per 1. Juli in die Hand gedrückt bekamen. Es gab keine Vorwarnung oder im Vorfeld ein Schreiben. Für mich und meine Freunde kommt die Schließung aus heiterem Himmel“, zeigt sich Willibald Kellner vor allem von der Vorgangsweise enttäuscht. Immerhin ist Kellner seit 35 Jahren Stammgast in der Sauna und einer, der in der Vergangenheit immer weniger gewordenen treuen Saisonkartenbesitzer.

400.000 Euro für Sanierung nötig

Für SPÖ-Bgm. Rupert Dworak beruht die Maßnahme auf einer einfachen Rechnung: „Das hat rein betriebswirtschaftliche Gründe: Unsere Sauna hatte zuletzt einen finanziellen Abgang von 10.000 Euro pro Jahr. Auch bei den Saisonkartenbesitzern gab es signifikante Rückgänge: Im Jahr 2004 waren es noch 165, zuletzt wurden aber nur mehr 70 Saisonkarten verkauft!“

Zudem hätte die Stadtgemeinde, um einen modernen und den gesetzlichen Vorgaben entsprechenden Betrieb gewähren zu können, künftig rund 400.000 Euro in eine Sanierung investieren müssen. Immerhin bekommen die Saisonkartenbesitzer die Hälfte der 240 Euro, die eine Jahreskarte kostet, refundiert.

„Um das Ganze abrechnungstechnisch zu erleichtern, haben wir auch den 1. Juli gewählt“, so Dworak, der auf Alternativangebote in Würflach, Gloggnitz, Neunkirchen oder Bad Erlach verweist: „Es ist mir klar, dass die Maßnahme unpopulär ist, aber in der Politik muss man eben auch manchmal solche Entscheidungen treffen!“ Für Kellner und seine Freundin ist das ein schwacher Trost: „Ich kann es ja irgendwie verstehen, aber bei der Abwicklung hätte man wirklich mehr Fingerspitzengefühl an den Tag legen können. Wir wurden ja mit der Schließung praktisch überrumpelt!“